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Hissène Habré verurteilt : Lebenslange Haftstrafe für Tschads früheren Diktator

  • Aktualisiert am

Hissène Habré im Gericht in Dakar (im Juli 2015) Bild: dpa

25 Jahre nach seiner Flucht ist Hissène Habré zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein außerordentlicher Gerichtshof in Dakar befand den früheren Diktator Tschads unter anderem der Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig.

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          Tschads ehemaliger Diktator Hissène Habré ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein außerordentlicher afrikanischer Gerichtshof in Dakar sprach den 73-Jährigen am Montag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Vergewaltigung und sexueller Sklaverei während seiner Gewaltherrschaft zwischen 1982 und 1990 schuldig. Habré, der mit Sonnenbrille und weißem Turban im Gerichtssaal saß, nahm das Urteil äußerlich unbewegt entgegen, während anwesende Opfer in Jubel ausbrachen. Die Verteidigung hatte sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Sie hat 15 Tage Zeit, das Urteil anzufechten.

          Der Prozess hatte in der Hauptstadt des Senegals stattgefunden, in die sich Habré nach seinem Sturz 1990 abgesetzt hatte. Es war das erste Mal, dass ein ehemaliger afrikanischer Staatschef in einem anderen Staat vor Gericht stand. Habré steht die Möglichkeit offen, das Urteil anzufechten. Den Prozess gegen ihn hatte er mehrfach als Farce bezeichnet und für Eklats im Gerichtssaal gesorgt. Seit Prozessbeginn am 20. Juli vergangenen Jahres hatten 93 Opfer und weitere 33 Zeugen ausgesagt.

          Habrés Diktatur gilt als eine der brutalsten in der jüngeren afrikanischen Geschichte. Unterlagen von Habrés Geheimpolizei, die nach der Flucht des Diktators gefunden wurden, führen detailliert mehr als 1200 Todesfälle und über 12.300 Opfer von Folter und Misshandlungen auf. Eine tschadische Wahrheitskommission macht sein Regime für mindestens 40.000 Tote und Vermisste verantwortlich.

          Die Anklage hatte nach eigenen Angaben mehr als 2000 Opfer des Regimes gehört. Experten hätten zudem Massengräber im Tschad untersucht.

          Das Verfahren gegen Habré war lange Zeit an der Weigerung der senegalesischen Regierung gescheitert, den ehemaligen Diktator vor Gericht zu stellen. Erst nach der Wahl von Macky Sall zum senegalesischen Präsidenten 2012 wurde das Verfahren vorbereitet.

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