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Südsudan : Haben Blauhelm-Soldaten Vergewaltigungen zugelassen?

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Krieg in Ostafrika: In dem jüngsten Staat der Erde befinden sich 13.500 UN-Blauhelme. Bild: dpa

Soldaten der Vereinten Nationen sollen zugesehen haben, wie im Südsudan Hunderte Frauen vergewaltigt worden sind. Die Uno untersucht die Vorwürfe, ihr Chef ist besorgt.

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          Die Vereinten Nationen haben eine Untersuchung zur Rolle der Blauhelm-Mission „Unmiss“ während eines schweren Angriffs auf Zivilisten in einem Hotel im Südsudan angekündigt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sei „besorgt angesichts von Vorwürfen, die Unmiss habe nicht angemessen reagiert, um diese schweren sexuellen Gewalttaten in Juba zu verhindern“, erklärte die Uno am Mittwoch in New York.

          Die Untersuchung betrifft laut Ban einen Angriff vom 11. Juli, bei dem südsudanesische Soldaten in einem Hotel in der Hauptstadt Juba einen Menschen getötet und mehrere Zivilisten vergewaltigt und geschlagen hatten. Es werde eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, um die Umstände dieser Vorfälle zu bestimmen und die Reaktion der UN-Mission zu überprüfen, erklärte Ban. Der UN-Generalsekretär rief die südsudanesische Regierung auf, ebenfalls Ermittlungen einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zudem zeigte er sich entsetzt über Berichte weiterer derartiger Übergriffe zwischen dem 8. und dem 11. Juli.

          Viele Frauen und Kinder befinden sich auf Flucht vor den bewaffneten Auseinandersetzungen im Südsudan.

          Auch die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, verurteilte den Vorfall in dem Hotel und forderte eine Aufklärung der Gewalttaten. Sie kritisierte das Nichteingreifen der UN-Blauhelme: Diese seien „offenbar unfähig oder abgeneigt“ gewesen, „auf Hilferufe zu reagieren“.

          Vergewaltigungen durch Soldaten des Präsidenten

          Nach Angaben der Organisation Human Rights Watch stürmten am 11. Juli dutzende Soldaten ein Hotel, in dem Mitarbeiter internationaler Organisationen untergebracht sind – knapp einen Kilometer von einem UN-Stützpunkt entfernt. Mehrere Ausländer seien vergewaltigt worden, und der Journalist John Gatluak aus der Volksgruppe Nuer sei vor Zeugen getötet worden.

          Bereits zuvor war die UN-Truppe kritisiert worden, nicht genug für den Schutz von Zivilisten im Südsudan zu tun. Allein für den Monat Juli dokumentierte die Uno mindestens 200 Vergewaltigungsfälle durch Soldaten in der südsudanesischen Hauptstadt. Die meisten der beschuldigten Soldaten stammen aus den Truppen von Präsident Salva Kiir.

          Der Unmiss-Truppe wird zudem mangelnder Schutz von Zivilisten bei einem Angriff auf einen UN-Stützpunkt im Nordosten des Landes im Februar vorgeworfen, bei dem mindestens 30 Menschen getötet wurden. Auf den UN-Stützpunkten im Land suchen viele Zivilisten Zuflucht vor den Kämpfen im Land. Der UN-Sicherheitsrat beschloss am Freitag die Aufstockung der Blauhelmmission im Südsudan um 4000 Soldaten sowie die Ausweitung des Mandats der Truppe. Derzeit befinden sich 13.500 UN-Blauhelme in dem Land. Die Friedenstruppen sollen in dem Bürgerkriegsland für ein Ende der im Juli wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen den Truppen von Präsident Kiir und dem Rebellenführer Riek Machar sorgen.

          Zuletzt hieß es, dass mehr als 930.000 Menschen seit Beginn der Kämpfe im Südsudan, die vor zweieinhalb Jahren begannen, auf der Flucht seien. Wie das UN-Flüchtlingswerk (UNHCR) vor wenigen Tagen mitteilte, sollen seit Beginn des Jahres über Hunderttausend ins Nachbarland Uganda geflüchtet seien, ebenso viele nach Sudan im Norden. Damit gehört das Land zu den vier Staaten, aus denen weltweit die meisten Flüchtlinge stammen.

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