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Friedensgespräche angekündigt : Kämpfe in Südsudan gehen weiter

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge nahe der umkämpften Stadt Bor Bild: REUTERS

Unterhändler der südsudanesischen Konfliktparteien werden zu Friedensgesprächen in Äthiopien erwartet. Ungeachtet dessen wird weiter gekämpft. 180.000 Menschen sind auf der Flucht.

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          Ungeachtet der vereinbarten Aufnahme von Friedensgesprächen sind am Neujahrstag im Südsudan Kämpfe zwischen Armee und Rebellen weitergegangen. Zehntausende Menschen seien vor der Gewalt in der umkämpften Stadt Bor in die benachbarte Region Awerial geflohen, erklärte ein Sprecher des Roten Kreuzes am Mittwoch in Genf.

          Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind insgesamt mehr als 180.000 Menschen auf der Flucht. Augenzeugen zufolge gelang es den Rebellen am Mittwoch, Bor einzunehmen. In der Stadt werde aber immer noch geschossen, hieß es.

          Unterhändler beider Seiten wurden am Mittwoch in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba erwartet, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Eine umgehende Waffenruhe lehnte der Rebellenführer und ehemalige Vizepräsident Riek Machar in mehreren Interviews allerdings ab. Auch wolle er zunächst nicht selbst an den Gesprächen teilnehmen, die auf Betreiben des regionalen Staatenbunds Igad zustande gekommen waren.

          Das Rote Kreuz kündigte an, 30.000 Vertriebenen in Awerial sofort mit Zelten, Kochutensilien und Nahrungsmitteln zu helfen. Man gehe zudem davon aus, dass in den kommenden Tagen Tausende neue Flüchtlinge versorgt werden müssten, vor allem Frauen und Kinder. Das UNHCR sprach von einer kritischen Situation. Viele Vertriebene seien wegen der anhaltenden Kämpfe für Helfer unerreichbar.

          UN: Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten

          Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor dem Ausbruch von Epidemien. Die katastrophale Hygienesituation in vielen Lagern, die mit einem Mangel an medizinischem Personal einhergehe, stelle ein großes Risiko dar, sagte der WHO-Chef im Südsudan, Abdi Aden Mohammed.

          Die Vorsitzende der UN-Mission im Südsudan (Unmiss), Hilde Johnson, verurteilte unterdessen massive Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten. Johnson sprach von einer wachsenden Zahl von Beweisen für Hinrichtungen von Kämpfern und Zivilisten, Massenvertreibungen und willkürliche Festnahmen. Oft habe dabei die ethnische Zugehörigkeit den Ausschlag gegeben. „Für diese schrecklichen Gewaltakte gibt es keine Entschuldigung, und alle Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

          Präsident Kiir, der die regierende Südsudanesische Befreiungsbewegung (SPLM) anführt, weiß die Mehrheitsethnie der Dinka hinter sich. Der aus der nördlichen Provinz Unity stammende, ehemalige Vizepräsident Riek Machar hat die zweitgrößte Ethnie der Nuer für seine Ziele mobilisiert.

          Mehr als 1.000 Menschen sind Schätzungen zufolge seit Ausbruch der Kämpfe am 15. Dezember ums Leben gekommen. Der Südsudan ist seit 2011 ein unabhängiger Staat und gilt als eines der unterentwickeltsten Länder der Welt.

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