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Frankreich : Hohes Lösegeld für in Niger freigelassene Geiseln

Nach drei Jahren Geiselhaft: Präsident Hollande empfängt Daniel Larribe in Paris. Bild: Reuters

Zwischen 20 und 25 Millionen Euro soll Frankreich für die Freilassung der vier von Al Qaida in Niger entführten Geiseln gezahlt haben. Am Mittwoch trafen sie in Paris ein.

          Frankreich soll für die Freilassung von vier französischen Geiseln in Niger ein Lösegeld zwischen 20 und 25 Millionen Euro gezahlt haben. Das berichtete die Zeitung „Le Monde“ am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstquellen. Präsident François Hollande hatte am Dienstagabend im Fernsehen gesagt, es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Frankreich habe auch keine militärische Befreiungsaktion organisiert.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die vier Franzosen, Thierry Dol, Marc Féret, Daniel Larribe und Pierre Legrand, trafen am Mittwochmorgen auf dem Pariser Militärflughafen Villacoublay ein. Sie waren mehr als drei Jahre in der Gewalt des Terrornetzwerkes „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqmi). Im September 2010 waren sie aus einer gesicherten Wohnanlage des Atomkonzerns Areva in der Nähe der Uranminen von Arlit verschleppt worden.

          Der französische Präsident dankte ausdrücklich dem nigrischen Präsidenten Mahamadou Issoufou, dem es gelungen sei, die Freilassung zu erreichen. Außenminister Laurent Fabius und Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatten die Geiseln, die „in relativ guter Verfassung“ sein sollen, in Niamey abgeholt.

          Geheimdiplomatie in Niamey

          Nach Informationen von „Le Monde“ soll das Lösegeld aus Geheimfonds des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE (Direction générale de la sécurité extérieure) aufgebracht worden sein. Der DGSE untersteht Verteidigungminister Le Drian. Dieser hatte am Dienstagmorgen ein lange geplantes Gespräch mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in Paris über die Zukunft der deutsch-französischen Brigade abgesagt, um nach Niamey reisen zu können. Le Drian soll in den vergangenen Monaten drei Mal diskret in die nigrische Hauptstadt gereist sein, um die Freilassungsverhandlungen zu leiten.

          Die vier Geiseln waren zusammen mit zwei weiteren Männern und einer Frau entführt worden, die schon 2011 wieder frei kamen. Nach ersten Informationen hielten die Aqmi-Geiselnehmer die vier Franzosen im Gebirge Adrar des Ifoghas nördlich der Stadt Kidal auf malischem Staatsgebiet gefangen.

          Im Zuge der französischen Militärintervention im Januar 2013 in Mali griffen französische Spezialkräfte auch immer wieder Stellungen der Terroristen im Adrar-Gebirge an. Die wechselnden Verstecke der Geiseln aber blieben unentdeckt, hieß es jetzt in Paris. Den Durchbruch erreichte vielmehr der nigrische Präsident, der über Mittelsmänner mit den Geiselnehmern verhandelte.

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