https://www.faz.net/-gq5-7x2wq

Ebola : Hilfseinsatz der Bundeswehr verzögert sich

Ebola-Training im bundesweit einzigen Ebola-Ausbildungszentrum neben der Bundeswehr in Würzburg Bild: dpa

Achtzehn Freiwillige der Bundeswehr sind bisher in Monrovia eingetroffen, um dort Ebola-Patienten zu pflegen. Einige von ihnen gaben an, gegen ihren Willen abkommandiert worden zu sein. Der Aufbau einer Krankenstation verzögert sich.

          1 Min.

          Der Hilfseinsatz der Bundeswehr zur Behandlung von Ebola-Kranken in Liberia verzögert sich um zwei Wochen. Das Verteidigungsministerium teilte in Berlin mit, zwar seien schon 18 Freiwillige aus den Reihen der Bundeswehr in die liberianische Hauptstadt Monrovia geflogen, doch könnten sie mit der Pflege von Kranken voraussichtlich erst Mitte Dezember beginnen. Die Krankenstation, die von den deutschen Helfern betreut werden soll, wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Verfügung gestellt. Der Aufbau dieser Station verzögere sich jedoch. Die Station soll Betreuungsplätze für 50 an Ebola Erkrankte zur Verfügung stellen.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Das Verteidigungsministerium sah sich auch zu der Klarstellung veranlasst, dass nicht das gesamte Personal der Bundeswehr, welches in der Ebola-Hilfe eingesetzt wird, aufgrund individueller freiwilliger Entschlüsse zum Einsatz kommt. Die Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ hatte berichtet, ein Arzt und sechs Sanitäter der Bundeswehr, die selbst nicht zur Behandlung von Ebola-Patienten vorgesehen sind, sondern als medizinisches Begleitpersonal für die freiwilligen Helfer eingesetzt werden sollen, hätten bei ihrer Einsatzvorbereitung zu Protokoll gegeben, sie nähmen an dem Einsatz nicht aufgrund einer freiwilligen Meldung teil.

          „Aufruf galt nicht für den gesamten Einsatz“

          Aus der Bundeswehr hieß es dazu, der Freiwilligen-Aufruf, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im September an Soldaten, Mitarbeiter und Reservisten der Bundeswehr gerichtet hatte, habe sich nicht auf den gesamten Einsatz bezogen. Auch die Soldaten der Luftwaffe, die seit Oktober mit Transall-Flugzeugen eine Luftbrücke vom senegalesischen Dakar in die Ebola-Gebiete betreibt, seien für diesen Einsatz abkommandiert worden. Das gelte gleichermaßen für die Sanitäter, welche die medizinische Unterstützung der Helfer sicherstellten.

          Die Luftbrücke wird gegenwärtig durch zwei Transall-Flugzeuge aufrechterhalten, die im Auftrag der Vereinten Nationen bislang mehrere hundert Tonnen Hilfsgüter von Dakar nach Accra in Ghana und in andere Orte geflogen haben. Auf den Aufruf von der Leyens zur freiwilligen Hilfe hin hatten sich rund 3000 Angehörige der Bundeswehr gemeldet, rund jeder Zehnte von ihnen wurde für geeignet befunden; etwa 100 Freiwillige sind inzwischen ausgebildet und mit dem Status „einsatzbereit“ versehen worden.

          Weitere Themen

          Europäischer Plan für den Klimaschutz Video-Seite öffnen

          Von der Leyens „Green Deal“ : Europäischer Plan für den Klimaschutz

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihr „Green Deal“-Projekt für ein klimafreundliches Europa vorgestellt. Die EU will dafür bis 2030 insgesamt eine Billion Euro mobilisieren. Ziel ist es, dass die Europäische Union bis 2050 „klimaneutral“ agiert.

          Topmeldungen

          Ökonom Gabriel Felbermayr : „Trump hat dem Welthandel bisher nicht geschadet“

          Der Ökonom Gabriel Felbermayr hat seine Meinung geändert: Zölle findet er nicht mehr so schlimm wie früher. Im Interview erklärt er, wie Deutschland mit Amerika und China umgehen sollte und warum es eine Digitalsteuer braucht.
          Wer er ist, wissen die Deutschen ohne Google. Bei der Frage, was Boris Johnson mit dem Brexit zu tun hat, wird aber gerne die Suchmaschine bemüht.

          Google-Ranking : „Was ist Brexit?“

          Wissen Sie, was Kappa ist oder wer nochmal Evelyn Burdecki war? Das Google-Ranking offenbart so einiges darüber, was die Leute dieses Jahr bewegt hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.