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Dschihadisten in Ägypten : Neue Terrorgruppe will Kalifat auf dem Sinai errichten

  • -Aktualisiert am

Blick aus dem Gaza-Streifen nach Ägypten: Die Grenze ist nach dem Anschlag vom Freitag geschlossen, bei dem 31 Soldaten getötet wurden. Bild: AFP

Nicht nur die Terrororganisation Ansar Beit al Maqdis erinnert immer mehr an den „Islamischen Staat“. Auch eine neue Gruppe mit dem Namen „Soldaten des Kalifats im Land Ägypten“ versucht, ihren Einfluss auf der Sinai-Halbinsel auszudehnen.

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          Der neue „Krieg gegen den Terror“ rückt von Irak, Syrien und dem Libanon weiter Richtung Westen. Per Hubschrauber schickte die ägyptische Armee am Montag Spezialkräfte auf die Sinai-Halbinsel. Bereits am Wochenende hatte die Luftwaffe damit begonnen, Stellungen militanter Islamisten zu bombardieren, die für zwei Anschläge auf Kontrollstützpunkte am vergangenen Freitag verantwortlich gemacht werden. 31 Soldaten wurden dabei getötet.

          Mit „Apache“-Kampfhubschraubern schlug das Militär bei al Arisch und Sheikh Zuweid nahe der Grenze zum Gaza-Streifen zu. Dort ist es den Dschihadisten gelungen, ein quasi rechtsfreies Gebiet zu etablieren, das trotz des Aufmarsches der Sicherheitskräfte nicht unter Kontrolle zu kriegen ist. Die Gruppe Ansar Beit al Maqdis, die sich zu den meisten Anschlägen im vergangenen Jahr in Ägypten bekannte, wird hinter dem Doppelanschlag von Freitag vermutet.

          Doch seitdem der Sprecher des „Islamischen Staats“, Abu Muhammed al Adnani, im September dazu aufrief, die Angriffe auf die ägyptischen Sicherheitskräfte zu erhöhen, ist ein weiterer Akteur auf der unübersichtlichen Dschihadistenszene erschienen: „Soldaten des Kalifats im Land Ägypten“ nennt sich die Gruppe, die in ihrer ersten Stellungnahme IS-Führer Abu Bakr al Bagdadi die Treue schwor und ankündigte, Soldaten und Polizisten, aber auch westliche Botschaften und Ausländer anzugreifen, vor allem Amerikaner.

          Die „Soldaten des Kalifats“ priesen Ansar Beit al Maqdis für ihr Vorgehen – und kritisierten die vor einem Jahr vom inzwischen zum Präsidenten gewählten Militärmachthaber Abd al Fattah al Sisi entmachtete Muslimbruderschaft als nicht wirklich islamisch. Ansar Beit al Maqdis hat mit dem Abschuss eines Armeehubschraubers über dem Sinai Anfang des Jahres und dem gescheiterten Anschlag auf Innenminister Ibrahim Muhammad im September 2013 eine neue Stufe im bewaffneten Kampf gegen den angesichts explodierenden Bevölkerungswachstums, Massenarbeitslosigkeit und dysfunktionaler Institutionen scheiternden ägyptischen Staat eingeleitet.

          Die neue Organisation ist nach den „Soldaten des Kalifats im Land Algerien“ zudem die zweite in jüngster Zeit, die sich positiv auf Bagdadis Protostaat bezieht, der bislang nur weite Gebiete Syriens und Iraks umfasst. Die algerische Gruppe hatte sich im September von Al Qaida im Islamischen Maghreb (Aqim) abgespalten und Bagdadi die Treue geschworen. Der frühere Aqim-Kommandeur Khalid Abu Suleiman führt die Truppe.

          Die ägyptischen Streitkräfte, die von Staatschef Abd al Fattah al Sisi gerade auf eine noch unerbittlichere Phase im Antiterrorkrieg eingeschworen werden, dürften dem Auftreten neuer Akteure kaum gewachsen sein. Seit dem Sturz Husni Mubaraks im Februar 2011 ist die Zahl der Anschläge dschihadistischer Gruppen stetig gestiegen – Sisis Putsch gegen den islamistischen Präsidenten Muhammad Mursi im Juli 2013 brachte die Gewalt vom Sinai auch in die Hauptstadt, wo zuletzt vergangene Woche eine Bombe vor der Kairo-Universität explodierte.

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