https://www.faz.net/-gq5-7li8w
 

Deutschland in Afrika : Exzesse verhindern

  • -Aktualisiert am

Deutschland sollte sich nach Maßgabe seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten an Afrika-Missionen beteiligen. Gewaltexzesse zu verhindern ist eine Aufgabe, die lohnt.

          Militäreinsätze in entlegenen Ländern sind nicht beliebt – nicht in Amerika, Frankreich oder Großbritannien, und schon gar nicht in Deutschland. Hinzuzufügen ist: Ihr Erfolg bleibt meist hinter den Erwartungen oder Hoffnungen zurück. Soll oder darf man deshalb die Hände in den Schoß legen, wenn Dschihadisten und Terroristen dabei sind, ein afrikanisches Land wie Mali zu übernehmen? Kann man einfach auf die Seite schauen, wenn in der Zentralafrikanischen Republik ein Großteil der Bevölkerung auf der Flucht ist und Tausende schon ermordet wurden?

          Im Gegensatz zu dem Bürgerkrieg in Syrien, der inzwischen die Landesgrenzen überschritten hat und eine regional-strategische Dimension besitzt, lassen sich die Konflikte in Mali oder in Zentralafrika einigermaßen isolieren. Sie berühren Europa allerdings insofern, als wir ihre Folgen zu spüren bekommen – und seien es „nur“ die Flüchtlinge, deren Schicksal im Mittelmeer allgemein beklagt wird.

          Festzustellen ist, dass keine europäische Macht auf sich allein gestellt die Fähigkeiten hat, mehrere solcher Einsätze zu bewältigen. Zusammenarbeit tut also Not. Das Abseitsstehen Deutschlands als historisch legitimierte „Kultur der Zurückhaltung“ zu rechtfertigen, riecht inzwischen arg nach Ausrede. Das heißt nicht, dass die Bundeswehr genau das tun muss, was etwa Afrika-erfahrene französische Truppen tun können. Aber sie sollte sich nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten an solchen Missionen beteiligen. Bei politische Lösungen können die Europäer nur mithelfen; militärischer Ruhm ist nicht zu erwarten. Aber Gewaltexzesse zu verhindern, ist auch eine Aufgabe, die lohnt.

          Topmeldungen

          Ein Straßenschild mit der Aufschrift „Willkommen in Nordirland“ steht am Straßenrand an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland.

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?
          Frankfurts David Abraham (l.) und Goncalo Paciencia (r.) können Lebo Mothiba von Racing Straßburg nicht stoppen.

          Frankfurt patzt in Straßburg : Alle Hoffnung auf Teil zwei

          Eintracht Frankfurt muss um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League bangen. Im Play-off-Hinspiel bei Racing Straßburg konnte der Bundesligist vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugen und verlor mit 0:1.

          F.A.Z.-Umfrage zur Lage in Hongkong : Deutsche Unternehmen meiden klare Worte

          Joe Kaeser mahnt gewaltfreien Dialog und Einhaltung des geltenden Rechts in Hongkong an. Viele deutsche Konzerne sind besorgt, drucksen aber herum – sie haben Milliarden in China investiert.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.