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Deutschland in Afrika : Exzesse verhindern

  • -Aktualisiert am

Deutschland sollte sich nach Maßgabe seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten an Afrika-Missionen beteiligen. Gewaltexzesse zu verhindern ist eine Aufgabe, die lohnt.

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          Militäreinsätze in entlegenen Ländern sind nicht beliebt – nicht in Amerika, Frankreich oder Großbritannien, und schon gar nicht in Deutschland. Hinzuzufügen ist: Ihr Erfolg bleibt meist hinter den Erwartungen oder Hoffnungen zurück. Soll oder darf man deshalb die Hände in den Schoß legen, wenn Dschihadisten und Terroristen dabei sind, ein afrikanisches Land wie Mali zu übernehmen? Kann man einfach auf die Seite schauen, wenn in der Zentralafrikanischen Republik ein Großteil der Bevölkerung auf der Flucht ist und Tausende schon ermordet wurden?

          Im Gegensatz zu dem Bürgerkrieg in Syrien, der inzwischen die Landesgrenzen überschritten hat und eine regional-strategische Dimension besitzt, lassen sich die Konflikte in Mali oder in Zentralafrika einigermaßen isolieren. Sie berühren Europa allerdings insofern, als wir ihre Folgen zu spüren bekommen – und seien es „nur“ die Flüchtlinge, deren Schicksal im Mittelmeer allgemein beklagt wird.

          Festzustellen ist, dass keine europäische Macht auf sich allein gestellt die Fähigkeiten hat, mehrere solcher Einsätze zu bewältigen. Zusammenarbeit tut also Not. Das Abseitsstehen Deutschlands als historisch legitimierte „Kultur der Zurückhaltung“ zu rechtfertigen, riecht inzwischen arg nach Ausrede. Das heißt nicht, dass die Bundeswehr genau das tun muss, was etwa Afrika-erfahrene französische Truppen tun können. Aber sie sollte sich nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten an solchen Missionen beteiligen. Bei politische Lösungen können die Europäer nur mithelfen; militärischer Ruhm ist nicht zu erwarten. Aber Gewaltexzesse zu verhindern, ist auch eine Aufgabe, die lohnt.

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