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Shabaab-Miliz : Deutscher Islamist von kenianischen Behörden gesucht

  • -Aktualisiert am

Ein kenianischer Soldat nach einem Kampf mit Kämpfern der Shabaab-Miliz Bild: Reuters

Die kenianische Polizei hat eine Belohnung von zehn Millionen Schilling für die Ergreifung eines deutschen Islamisten ausgelobt. Er soll an einem Angriff der somalischen Shabaab-Miliz auf einen Militärstützpunkt beteiligt gewesen sein.

          Die kenianische Polizei hat am Donnerstag eine Belohnung von zehn Millionen Shilling (knapp 90.000 Euro) für die Ergreifung eines deutschen Dschihadisten ausgelobt. Der Mann, dessen Name mit Andreas Martin Müller angegeben wird, wird verdächtigt, am vergangenen Sonntag an einem Angriff der somalischen Shabaab-Miliz auf einen Militärstützpunkt in Lamu im Osten Kenias beteiligt gewesen zu sein. Die Belohnung ist eine der höchsten, welche Kenias Behörden je zur Ergreifung eines radikalen Islamisten in Aussicht gestellt haben. Das Fahndungsbild scheint aktuell zu sein. Es zeigt den gebürtigen Bonner mit Bart und langen Haaren offenbar in Somalia. Bei dem Angriff am vergangenen Sonntag, bei dem zwei Soldaten sowie elf Angreifer ums Leben kamen, wurde nach kenianischen Angaben ein zweiter ausländischer Islamist, der Brite Thomas Evans, erschossen.

          Kenia ist ein bevorzugtes Ziel von Angriffen der mit Al Qaida verbündeten somalischen Miliz geworden, seit die kenianische Armee in Somalia gegen al Shabaab kämpft. Die Kenianer stellen einen Teil der Truppen von Amisom, der Eingreiftruppe der Afrikanischen Union in Somalia. Im September 2013 hatte ein Kommando der Islamisten das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi gestürmt. Mehr als 60 Personen waren dabei getötet worden. Das letzte größere Attentat von al Shabaab auf kenianischem Boden liegt knapp zwei Monate zurück. Damals hatten mehrere Angreifer die Universität von Garissa überfallen und gezielt christliche Studenten ermordet. 148 Menschen wurden dabei getötet.

          Müller, der aus einer bürgerlichen Familie stammt, stand in Verbindung mit Emrah Erdogan, der zur Kommandoebene der Shabaab gerechnet wurde. Ugandische Behörden machten beide Islamisten 2012 in Uganda aus. Nach einer Drohung Erdogans wurden eine Zeit lang deutsche Flughäfen und Bahnhöfe durch schwer bewaffnete Polizisten gesichert, die Reichstagskuppel für Besucher gesperrt.

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