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De Maizière in Mali : „Bundeswehr bleibt möglicherweise länger“

  • Aktualisiert am

Verteidigungsminister de Maizière am Sonntag mit Bundeswehrsoldaten in Dakar Bild: dpa

Verteidigungsminister de Maizière hat eine Verlängerung der EU-Mission in Mali angekündigt. Der Minister sprach zudem von einer künftigen UN-Mission, für die eine Truppenstärke von bis zu 10.000 Mann gewünscht sei.

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          Verteidigungsminister Thomas de Maizière ist am Montag erstmals zu einem Besuch in Mali eingetroffen. In der Hauptstadt Bamako steht zunächst ein Gespräch mit Übergangspräsident Dioncounda Traoré auf dem Programm. In Bamako will er auch den französischen General François Lecointre treffen, der Frankreichs Militäreinsatz in Mali befehligt.

          Am Nachmittag will de Maizière in die Stadt Koulikoro weiterreisen, wo sich die Bundeswehr vom nächsten Monat beginnend an einer Ausbildungsmission der Europäischen Union für Malis Streitkräfte beteiligt. Insgesamt stellt Deutschland für den Einsatz bis zu 330 Soldaten zur Verfügung. Die Kleinstadt Koulikoro liegt außerhalb der gegenwärtigen Kampfgebiete, etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Die Bundeswehr soll vor allem bei der Ausbildung von Pionieren für die malische Armee helfen. Außerdem baut sie in Koulikoro ein Feldlazarett auf.

          „EU-Mission wird länger dauern“

          In Mali kämpfen französische Truppen seit Beginn des Jahres mit Unterstützung afrikanischer Einheiten gegen islamistische Rebellen. Die Bundeswehr leistet mit vier Flugzeugen bereits logistische Unterstützung. Dazu sind im Nachbarland Senegal derzeit etwa 90 deutsche Soldaten stationiert. An der Ausbildungsmission will sich die Bundeswehr mit etwa 80 Soldaten beteiligen.

          Bei einem Zwischenstopp in Senegals Hauptstadt Dakar äußerte de Maizière am Sonntagabend die Einschätzung, dass die EU-Mission länger dauern wird als die bislang geplanten 15 Monate. „Ich verhehle nicht, dass ich zu Geduld mahne“, sagte der CDU-Politiker. „Man kann nicht sehr komplizierte und schwierige malische Streitkräfte in zwölf bis 15 Monaten so in den Stand setzen, dass sie für die Sicherheit im eigenen Land sorgen.“

          Es liege „im europäischen Interesse, dass der Terrorismus sich in Mali nicht ausbreitet“, sagte de Maizière. Die Bundeswehr könne mit ihren zwei Transall-Flugzeugen und einem Flugzeug der Luftbetankung „ziemlich viel transportieren und sich sehr nützlich machen“, sagte der Minister. Derzeit unterstütze die Bundeswehr die westafrikanischen Staaten und Frankreich, sagte de Maizière, in Zukunft könne es eine UN-Mission sein, wie sie von afrikanischen Staaten gewünscht werde. Dafür sei eine Truppenstärke von bis zu 10.000 Mann gewünscht.

          Der Bundestag hatte Ende Februar zwei Mandate für den Einsatz der Bundeswehr in Mali beschlossen. Bis zu 180 deutsche Soldaten sollen unter EU-Führung Malis Armee ausbilden. Weitere 150 Soldaten sollen die französische Armee und ihre afrikanischen Verbündeten mit Transporthilfen und Luftbetankungen im Kampf gegen radikale Islamisten unterstützen.

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