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Bundeswehr : Berlin will Engagement in Afrika angeblich ausweiten

  • Aktualisiert am

Eine deutsche Transall in Mali, im März 2013 Bild: dpa

Nach Medienberichten soll die deutsch-französische Brigade die bestehende Militärmission in Mali verstärken. Zudem schließt Berlin auch Lufttransporte nach Zentralafrika angeblich nicht mehr aus.

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          Die Bundesregierung will ihre Beteiligung an zwei Militäreinsätzen in Afrika laut Presseberichten stärker ausweiten als bislang bekannt. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ und die Website „Spiegel Online“ berichten, handelt es sich um die Missionen in Mali und der Zentralafrikanischen Republik. Im Auswärtigen Amt wurden die Berichte weder bestätigt noch dementiert.

          In Mali würde die Bundeswehr laut „Spiegel Online“ ihr Engagement innerhalb der deutsch-französischen Brigade deutlich ausweiten. Bislang sind dort etwa 20 deutsche Soldaten der gemeinsamen Einheit im Einsatz. Sie bilden die malische Armee aus, sind unbewaffnet und stehen unter dem Schutz der Franzosen. Nun ist laut dem Bericht geplant, dass bewaffnete Bundeswehrsoldaten für den Schutz von Lagern sowie des Flughafens in der Hauptstadt Bamako eingesetzt werden könnten. Damit würde aus der Ausbildungsmission ein robuster Einsatz.

          Das stärkere Engagement der Deutschen in Mali solle die Franzosen entlasten, so dass die sich stärker als bislang auf ihren Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik konzentrieren könnten. Frankreich ist in Mali bereits mit mehreren Tausend Soldaten vertreten. Islamistische Gruppen sind dort wieder präsenter, nachdem sie zunächst zurückgedrängt worden waren.

          Angeblich Transportflüge bis nach Bangui

          Auch in der Zentralafrikanischen Republik wolle die Bundeswehr weiter gehen als bislang in Aussicht gestellt, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Demnach will Berlin sein Engagement an der geplanten EU-Mission, die auf Drängen Frankreichs zustande kommt, ausweiten und den Lufttransport von Truppen und Material bis in die Hauptstadt Bangui anbieten. Noch im Dezember hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel einen deutschen Beitrag zu der Militärmission kategorisch ausgeschlossen. Die Bundesregierung bot Frankreich zwar Unterstützung durch strategischen Lufttransport an; der sollte aber ausdrücklich nicht in das Krisenland selbst, sondern in die Nachbarstaaten gehen. Ein Einsatz deutscher Bodentruppen wird in der Zentralafrikanischen Republik nach wie vor nicht erwogen.

          Die EU-Außenminister wollen am Montag in Brüssel über beide Militäreinsätze beraten. Für die Mission in der Zentralafrikanischen Republik soll ein Grundsatzbeschluss gefasst werden. Laut „Spiegel Online“ sollen überdies die beiden Bundeswehreinsätze durch neue Mandate vom Bundestag abgesegnet werden. Die Ausbildungsmission der deutschen Soldaten in Mali steht ohnehin für Mitte Februar zur Verlängerung an.

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