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Bürgerkrieg im Südsudan : Vereinigte Staaten räumen Botschaft in Juba

  • Aktualisiert am

Soldaten der Opposition erreichen Juba. Bild: dpa

Der Konflikt im Südsudan eskaliert: Angesichts heftiger Kämpfe in der ganzen Stadt räumen die Vereinigten Staaten ihre Botschaft in Juba. Die Vereinten Nationen erwägen eine Entsendung weiterer Blauhelme.

          Nach dem heftigen Aufflammen des Bürgerkriegs im Südsudan ziehen die Vereinigten Staaten ihre Botschaftspersonal ab. Das Außenministerium ordnete in der Nacht zum Montag den Abzug aller Mitarbeiter der Botschaft an, deren Dienste nicht unverzichtbar seien. Die Botschaft sprach von Gefechten „in ganz Juba“.

          Unterdessen haben Präsident Salva Kiir und die Vereinten Nationen ein sofortiges Ende der Kämpfe zwischen der Armee und Truppen des Vizepräsidenten Riek Machar gefordert. Kiirs Aufruf gehe an die Generäle in beiden Armeen, sagte Bergbauminister Taban Deng am Sonntag. Die Kämpfe waren zum fünften Jahrestag der Unabhängigkeit ausgebrochen. Zwischen Freitag und Sonntag wurden nach Regierungsangaben in der Hauptstadt Juba rund 270 Menschen getötet.

          Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, verurteilte die Gewalt. „Ich bin schockiert und abgestoßen von den schweren Kämpfen, die derzeit in Juba geschehen“, erklärte Ban in New York. Der Sicherheitsrat kam für eine dreieinhalbstündige Sondersitzung zum Thema zusammen. Das oberste Gremium rufe die Bürgerkriegsparteien dringend dazu auf, ihre Kämpfe einzustellen, sagte der Vorsitzende Koro Bessho aus Japan danach. Der Rat sei auch bereit, über eine Verstärkung der rund 16.000 Personen umfassenden Mission im Land nachzudenken. „Wir nennen keine Namen, aber die Länder der Region sind dazu aufgerufen, zu helfen.“

          Die Mission der Vereinten Nationen im Südsudan berichtete, zwei ihrer Unterkünfte in der Hauptstadt Juba seien bei den Kämpfen beschädigt worden. „Diese Angriffe gehen weiter als die übliche Verrohung, die wir aus diesem Konflikt kennen“, sagte die Botschafterin der der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen, Samantha Power.

          Mit Panzern und Hubschraubern

          Rund 10.000 Menschen flohen nach Angaben humanitärer Helfer vor den Kämpfen der Regierungstruppen (SPLA) mit den früheren Rebellen (SPLA-IO) des Vizepräsidenten.

          Am Sonntag konzentrierten sich die auch mit Panzern und Kampfhubschraubern ausgetragenen Gefechte vor allem auf den Süden der Stadt Juba, wo Vizepräsident Machar seine Residenz hat. Auch am Flughafen gab es heftige Kämpfe, der Flugbetrieb wurde eingestellt.

          Die Gefechte dort hatten am Freitagabend in der Nähe des Präsidentenpalastes begonnen, während sich Kiir mit Machar traf. Beide hatten ihren Ende 2013 begonnenen blutigen Machtkampf offiziell beigelegt und im April eine Einheitsregierung gebildet. Seit Ende 2013 waren in diesem Bürgerkrieg Zehntausende Menschen ums Leben gekommen und rund 2,5 Millionen vor der Gewalt geflohen.

          Der überwiegend christliche Südsudan hatte sich in einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg die Unabhängigkeit vom muslimischen Norden erkämpft. Sie trat am 9. Juli 2011 offiziell in Kraft.

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