https://www.faz.net/-gq5-7r03x

Boko Haram verdächtigt : Kirchenmassaker in Nigeria

  • Aktualisiert am

Nach einem Anschlag von Boko Haram am Samstag in Bauchi Bild: dpa

Boko Haram hat im Nordosten Nigerias offenbar Dutzende Menschen getötet. Ziel der Attacken zu Beginn des Fastenmonats Ramadan waren fünf Kirchen nahe Chibok.

          1 Min.

          Mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Terrorsekte Boko Haram haben am Sonntag im Norden Nigerias verschiedene Kirchen angegriffen und dabei dutzende Menschen getötet. Die Zeitung „Daily Post“ berichtete von möglicherweise mehr als 100 Toten. Ziel der Angriffe am ersten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan seien zunächst fünf Kirchen in Kwada nahe der Ortschaft Chibok gewesen.

          Die Angreifer hätten die Kirchen kurz vor Beginn der sonntäglichen Gottesdienste mit Bomben und Gewehren überfallen. Anschließend hätten die Terroristen im Nachbarort Kautikari Zivilisten attackiert und Gebäude in Brand gesetzt.

          Ein Anwohner berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dutzende Gottesdienstbesucher seien getötet worden. Ein Gemeindevertreter berichtete, mindestens drei Kirchen in Dörfern rund um Chibok seien niedergebrannt worden. Das nigerianische Militär habe auf Hilferufe nicht reagiert. In der Region versammelte Soldaten hätten die Flucht ergriffen. Das Militär gab in der Sache zunächst keine Stellungnahme ab.

          In der Ortschaft Chibok hatte Boko Haram im April annähernd 300 Schülerinnen entführt. Örtliche Würdenträger und Eltern der Mädchen warfen dem Militär vor, nichts zur Freilassung der Entführten zu unternehmen. 219 Mädchen befinden sich bislang noch immer in der Hand der Islamisten, die anderen konnten fliehen. Boko Haram kämpft für einen islamischen Gottesstaat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 verübt die Sekte immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte und Behörden sowie auf Kirchen, Schulen und Bars. Dabei wurden allein in diesem Jahr mindestens 2000 Menschen getötet.

          Weitere Themen

          Abgezogene Botschafter kehren zurück Video-Seite öffnen

          USA und Russland : Abgezogene Botschafter kehren zurück

          Sein Gespräch mit US-Präsident Joe Biden sei „absolut konstruktiv“ verlaufen, betont der russische Staatschef Wladimir Putin in Genf. Sie hätten sich darauf geeinigt, die abgezogenen Botschafter Russlands und der USA an ihren jeweiligen Einsatzort zurückzuschicken.

          Topmeldungen

          Mietkäufe bei Immobilien : Miete zahlen, Eigentum bilden

          Schon seit Langem versucht die Politik, aus mehr Mietern Eigentümer zu machen. Mehrere Parteien wollen jetzt Mietkäufe stärker fördern. Das Modell klingt gut, doch in der Praxis lauern noch Tücken.
          An der Alten Donau in Wien

          F.A.Z. Frühdenker : Und es wird noch heißer

          Vom Treffen zwischen Biden und Putin gehen Entspannungssignale aus. Bundespräsident Steinmeier ist in Polen. Die dänische Nationalmannschaft wieder im Stadion. Und in Deutschland wird es heiß. Der F.A.Z. Newsletter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.