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Boko Haram in Nigeria : Amerika will bei Suche nach Mädchen helfen

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Seit 21 Tagen sind mehr als 200 junge Nigerianerinnen in der Gewalt ihrer islamistischen Entführer. Sie drohen mit dem Verkauf der Mädchen. Washington bietet dem Land nun Unterstützung an.

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          Die amerikanische und die britische Regierung haben Nigeria Hilfe bei der Suche nach den mehr als 200 Schulmädchen angeboten, die vor drei Wochen von der radikal-islamischen Sekte Boko Haram in Chibook im Norden des Landes entführt worden waren. Wie der amerikanische Regierungssprecher Jay Carney am Dienstag in Washington sagte, will Amerika Geheimdienstinformationen mit den nigerianischen Sicherheitsdiensten teilen. Dabei dürfte es sich in erster Linie um abgehörte Telefongespräche und die Lokalisierung von Mobiltelefonen handeln.

          Zudem bietet Amerika Hilfe bei der „Verbesserung der forensischen und investigativen Fähigkeiten“ der nigerianischen Ermittler an. Präsident Barack Obama werde nach Carneys Worten laufend über den Fortgang der Ermittlungen in Nigeria informiert. Eine direkte Beteiligung amerikanischer Ermittler oder Soldaten bei der Suche nach den verschleppten Schulmädchen schloss Carney indes aus. Mark Simmonds, im Ministerrang zuständig für auswärtige Angelegenheiten, versprach ebenfalls Hilfe bei der Suche. Demnach will Großbritannien die Nigerianer bei der „operativen Planung“ unterstützen, was militärische Unterstützung bei der Ausarbeitung von Aufklärungs- und Angriffsplänen bedeutet.

          Simmonds bezog sich dabei ausdrücklich auf den Sambisa-Wald in der Nähe von Chibok, in dem Boko Haram befestigte Stellungen unterhält und in dem die Entführten vermutetet werden. Aufgrund der Größe des Waldes und der klimatischen Bedingungen sei diese Region ein „sehr herausforderndes Gelände, 40 Mal größer als London“, sagte Simmonds. Gegenwärtig seien britische Spezialisten in Washington, um ihre Pläne mit denen der Amerikaner abzustimmen.

          Neuer Überfall Boko Harams

          Der Anführer von Boko Haram, Abubakar Shekau, hatte sich am Montag in einer Videobotschaft zu der Entführung bekannt und angekündigt, die mehr als 200 Mädchen „zu versklaven“ und „auf dem Markt zu verkaufen“. Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan hatte am Sonntag zugegeben, dass seine Sicherheitsdienste bislang nicht die geringste Spur der Entführten finden konnten.

          Unterdessen überfiel Boko Haram in der Nacht von Montag auf Dienstag die Ortschaft Gamboru Ngala unmittelbar an der Grenze zu Kamerun und brannten dabei sämtliche Gebäude nieder. Nach übereinstimmenden Aussagen von Überlebenden, die sich über die Grenze retten konnten, waren die Islamisten unter anderem mit mehreren gepanzerten Fahrzeugen gekommen, die sie offenbar zuvor von der Armee erbeutet hatten. Über die Anzahl möglicher Opfer lagen keine Angaben vor.

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