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Anschlag in Nairobi : Kenia veröffentlicht Namen von vier Tatverdächtigen

  • Aktualisiert am

Nairobi: Das zerstörte Einkaufszentrum nach dem Ende der Geiselnahme Bild: AP

Kenias Militär hat die Namen von vier Männern veröffentlicht, die den Anschlag auf das Einkaufszentrum in Nairobi verübt haben sollen. Die Zahl der Angreifer sei insgesamt viel geringer gewesen als vermutet.

          Abu Baara al Sudani, Umar Nabhan, Khattab al Kene und Umayr: Diese vier Männer hat Kenias Armee namentlich beschuldigt, den Terroranschlag auf das Westgate-Einkaufszentrum in der Hauptstadt Nairobi ausgeführt zu haben. Sie sollen in einer Videoaufnahme zu sehen sein, die am Samstag veröffentlicht wurde.

          Darin ist zu sehen, wie vier Männer ruhig durch das Einkaufszentrum gehen und automatische Waffen tragen. Alle vier seien bei Gefechten mit den Sicherheitskräften getötet worden, teilte das Militär mit. Anführer der Gruppe sei demnach al Sudani gewesen, ein „erfahrener Kämpfer“ aus Sudan. Die somalische Terrorgruppe Al Shabaab hat sich zu der Tat in Nairobi bekannt.

          Weitere Angaben machte die Armee zu den Personen nicht. Zunächst hatte es geheißen, insgesamt zehn bis 15 Verdächtige seien an der der Tat in dem Einkaufszentrum beteiligt gewesen. Der Polizeichef von Nairobi äußerte nun, nur vier bis sechs Angreifer hätten das Einkaufszentrum besetzt, wie der Sender BBC berichtete. Keiner habe das Gebäude wieder verlassen.

          Verbindung zu Anschlägen von 1998?

          Matt Bryden, der frühere Chef der UN-Beobachtermission für Somalia, sagte der Nachrichtenagentur AP, die vier genannten Terorristen seien Angehörige des kenianischen Ablegers von Al Shabaab, Al Hijra. Einer der vier, Umar Nabhan, sei zudem möglicherweise verwandt mit Saleh Ali Saleh Nabhan, der verantwortlich gemacht wird für die Terroranschlage auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998. Er wurde 2009 von amerikanischen Spezialkräften in Barawe getötet.

          Bei der Geiselnahme und den anschließenden Schusswechseln wurden insgesamt mindestens 67 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes werden noch immer 39 Menschen vermisst.

          Kenia hat seit 2011 Streitkräfte im Nachbarland Somalia stationiert, die gegen Al Shabaab kämpfen. Die Islamisten hatten am vergangenen Mittwoch gedroht, weitere „Blutbäder“ anzurichten, wenn die kenianischen Truppen Somalia nicht verlassen. „Kenia hat die Lektion der jüngsten Angriffe auf Westgate in Nairobi nicht gelernt“, hieß es in der Stellungnahme der Extremisten.

          Am Samstag sollen westliche Streitkräfte zudem Stellungen der Al Shabaab im Süden Somalias angegriffen haben, wie die Islamisten bekanntgaben. Ob dieser Angriff in Verbindung mit dem Terrorangriff in Nairobi steht, wurde zunächst nicht bekannt.

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