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Somalia : Amerikanischer Luftangriff tötet mehr als 150 Al-Shabaab-Kämpfer

  • Aktualisiert am

Das Archivbild aus dem Oktober 2010 zeigt Kämpfer der Al-Shabaab-Miliz. Bild: Reuters

Etwa 200 Kilometer von Mogadischu entfernt hat das amerikanische Militär bei einem Einsatz mit Drohnen und Kampfflugzeugen mehr als 150 Kämpfer der islamistischen Terrormiliz getötet.

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          Das amerikanische Militär hat bei einem Luftangriff in Somalia nach eigenen Angaben mehr als 150 Kämpfer der islamistischen Al-Shabaab-Miliz getötet. Der Einsatz vom Wochenende habe sich gegen ein Ausbildungslager der Extremisten gerichtet, teilte das Pentagon am Montag in Washington mit. Die Shabaab-Kämpfer planten demnach einen „groß angelegten“ Anschlag, sie seien eine „unmittelbare“ Gefahr für amerikanische Soldaten und Einheiten der Afrikanischen Union (AU) gewesen.

          An dem Einsatz waren dem Pentagon zufolge neben unbemannten Drohnen auch Kampfflugzeuge beteiligt. Getroffen worden sei das Trainingscamp Raso, das knapp 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Mogadischu liegt. Dort hätten die Kämpfer für einen umfangreichen Angriff trainiert. „Wir wissen, dass sie kurz vor dem Verlassen des Lagers waren“, sagte Pentagon-Sprecher Jeff Davis. Das Spezialtraining für die Attacke sei fast abgeschlossen gewesen. Einer ersten Bewertung zufolge wurden bei dem Zugriff „mehr als 150 Terrorkämpfer“ getötet. Nach Angaben der „New York Times“ hätten sich die Shabaab-Kämpfer bei einer Abschlusszeremonie befunden, als Kampfflugzeuge mehrere präzisionsgesteuerte Bomben und Raketen auf sie abgeworfen hätten. „Die Kämpfer standen in Formation auf freiem Feld“, wurde ein Mitarbeiter zitiert.

          Gewaltsame Errichtung eines islamistischen Gottesstaats

          Der Angriff auf die Shabaab-Kämpfer fand bereits im Laufe des Samstags statt. Das Ausbildungscamp war dem Pentagon zufolge schon seit längerem unter Beobachtung. Weil sich nun abgezeichnet habe, dass die operative Phase unmittelbar bevorstehe, sei der Einsatz erfolgt, sagte Davis. Weitere Einzelheiten, etwa zur Art und zum Ort der geplanten Anschläge, nannte er nicht.

          Die Shabab-Miliz kämpft in Somalia gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Derzeit sind etwa 22.000 Soldaten einer AU-Mission in dem Land am Horn von Afrika stationiert. Sie unterstützen die international anerkannte Regierung in Mogadischu. Es gelang den Einsatzkräften in den vergangenen Jahren zwar weitgehend, die Rebellen aus Mogadischu und weiteren Städten zu vertreiben. Die Shabaab-Miliz kontrolliert aber noch mehrere ländliche Regionen.

          Ihre Kämpfer verüben außerdem regelmäßig Anschläge im benachbarten Kenia. Al-Shabaab wird für den Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum in Kenia 2013 verantwortlich gemacht. In den vergangenen Monaten, schreibt die „New York Times“, habe das Pentagon mit Sorge das Wiedererstarken der Miliz und viele tödliche Angriffe der Islamisten beobachtet. Allein in den vergangenen zwei Monaten sollen rund 150 Tote auf ihr Konto gehen.

          Pentagon-Sprecher Davis sagte in Washington, der Verlust der mehr als 150 Kämpfer werde nun die Fähigkeit der Shabaab-Miliz schwächen, „ihre Ziele zu erreichen“. Das schließe die Rekrutierung neuer Mitglieder, die Errichtung weiterer Stützpunkte und das Planen von Angriffen auf amerikanische Soldaten und Einheiten der AU ein.

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