https://www.faz.net/-gq5-7oixl

Algerien : Bouteflika zum Wahlsieger erklärt

  • Aktualisiert am

Vor einer weiteren Amtszeit: Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika im Rollstuhl auf dem Weg zur Stimmabgabe am Donnerstag Bild: AP

In Algerien tritt der 77 Jahre alte Abdelaziz Bouteflika eine vierte Amtszeit an. Nach Angaben des Innenministeriums erhielt er 81,5 Prozent der Stimmen bei der Präsidentenwahl. Die Opposition spricht von Wahlbetrug.

          In Algerien tritt Präsident Abdelaziz Bouteflika eine vierte Amtszeit an. Das Innenministerium erklärte ihn am Freitagabend zum Wahlsieger und teilte mit, er habe 81,5 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung lag nach amtlichen Angaben 51,7 Prozent und damit rund 23 Prozentpunkte niedriger als bei der Präsidentenwahl von 2009. Sie war am Wahltag lange Zeit mit weniger als 40 Prozent angegeben worden.

          Schon vor der Bekanntgabe der Ergebnisse wurde Bouteflika als Sieger gefeiert. „Unser Kandidat ist der Sieger“, sagte Abdelaziz Belkhadem, früherer Außenminister und Ministerpräsident aus der Präsidentenpartei Nationale Befreiungsfront (FLN), der Nachrichtenagentur Reuters. „Bouteflika hat zweifellos einen Erdrutschsieg erzielt.“ Im Zentrum der Hauptstadt hatten schon am Donnerstagabend Anhänger Bouteflikas den Wahlsieg mit Hupkonzerten und Feuerwerk gefeiert. Die Polizei, die ihre Präsenz massiv erhöht hatte, ließ sie gewähren, während die Sicherheitskräfte zuvor Demonstrationen von Oppositionellen verhindert hatten. Es hatte vereinzelte Festnahmen gegeben. In der Berber-Region Kabylei, einer Hochburg der Regierungsgegner, gab es Zusammenstöße und Dutzende Verletzte, Wahlurnen wurden in Brand gesteckt.

          Anhänger des Präsidenten feierten in Algier schon in der Nacht zum Freitag seinen abermaligen Wahlsieg

          Bouteflikas schärfster Rivale, der frühere Ministerpräsident Ali Benflis, hatte schon vor Bekanntgabe der Ergebnisse in scharfem Ton „schwerwiegende Unregelmäßigkeiten in einer großen Zahl der Verwaltungsbezirke“ angeprangert. Er werde das Ergebnis „unter keinen Umständen akzeptieren“, hieß es in einer Erklärung. Es sei die Chance auf Wandel und Demokratisierung verpasst worden. Benflis hatte mehr als 60.000 eigene Beobachter in die Wahllokale entsandt.

          Mehrere Oppositionsparteien hatten sich zu einer Boykott-Koalition zusammengeschlossen. Bouteflika war am Donnerstag bei der Stimmabgabe in Algier das erste Mal seit Mai 2012 wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Der 77 Jahre alte, krank und gebrechlich wirkende Staatschef, der das Land seit 1999 regiert, wurde in einem Rollstuhl in das Wahllokal geschoben. Es hatte auch innerhalb des Machtgeflechts an der Staatsspitze Widerstand gegen eine Kandidatur Bouteflikas gegeben.

          Weitere Themen

          Rackete appelliert an die EU

          Aufnahme von Migranten : Rackete appelliert an die EU

          Nach ihrer Vernehmung in Agrigent fordert die Sea-Watch-Kapitänin eine rasche Lösung bei der Verteilung von Migranten. Der Bundesinnenminister wirbt unterdessen für einen „kontrollierten Notfallmechanismus“. Doch eine Einigung scheint fern.

          „Es sollte um die Sache gehen“ Video-Seite öffnen

          Rackete in Italien : „Es sollte um die Sache gehen“

          Sie habe den italienischen Behörden alle Details zu der Rettungsaktion genannt, die die Sea-Watch 3 am 12. Juni durchgeführt habe, sagte die Kapitänin Carola Rackete nach der Befragung durch die italienischen Beamten.

          Viel Geld und noch mehr Strahlkraft

          Exzellenz-Entscheidung : Viel Geld und noch mehr Strahlkraft

          Für die Hochschulen und Universitäten hängt von der Exzellenzentscheidung am Freitag noch mehr ab als in der Vergangenheit – wer ausgewählt wird, dürfte deutlich länger etwas davon haben.

          Topmeldungen

          Müssen sich auf Reformen einigen: Luigi Di Maio und Matteo Salvini im Februar in Rom

          Italiens Regierung : Salvini droht mit vorgezogenen Wahlen – mal wieder

          Italiens Innenminister steht wegen der Affäre um mögliche Parteispenden aus Russland unter Druck – und bedrängt nun seinen Koalitionspartner. Es sei noch genügend Zeit, das Parlament aufzulösen und nach der Sommerpause neu zu wählen.

          Bayern München : Die klare Botschaft des Manuel Neuer

          Dortmund hat kräftig aufgerüstet. Die Bayern indes kommen auf dem Transfermarkt nicht so richtig voran. Torwart Manuel Neuer sieht das gelassen – und verrät, welches besondere Ziel die Münchner antreibt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.