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Ägypten : Wieder Tote bei Unruhen

  • Aktualisiert am

Mohammed Mursis Absetzung zieht in Ägypten Konflikte mit vielen Toten nach sich Bild: AFP

Konflikte zwischen Gegnern und Anhängern des gestürzten Präsidenten Muhammed Mursi fordern in Ägypten zehn Tote. Auch bei gewalttätigen Aufeinandertreffen auf dem Sinai gab es neue Opfer.

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          In Ägypten halten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten Muhammad Mursi an. Bei Kämpfen vor der Universität Kairo wurden dabei sechs Menschen getötet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, als ein Mann auf Teilnehmer einer Sitzblockade zur Unterstützung Mursis schoss.

          Die Universität liegt im Stadtviertel Gizeh nahe dem Zentrum Kairos. Dort halten Mursi-Unterstützer ebenso wie vor der Moschee Rabaa al-Adawija seit dem Sturz des Präsidenten eine Sitzblockade ab. Am Montag hatten sich die verfeindeten Lager auf dem Tahrir-Platz in Kairo mit Steinen und Gummigeschossen bekämpft. Dort starb ein Mensch, weitere drei am Nordrand der Hauptstadt. Zudem gab es Dutzende Verletzte.

          Gewalt auf dem Sinai

          Abermals war auch der Sinai Schauplatz von Gewalttaten. Bei mehreren Angriffen, unter anderem auf einen Militär-Kontrollpunkt, wurden ein Polizist und ein Zivilist getötet, wie aus Militärkreisen verlautete. Zudem seien vier Soldaten verletzt worden. Die Gewalt auf dem Sinai nimmt seit dem Sturz Mursis deutlich zu. Bewaffnete Islamisten verüben dort immer wieder Anschläge. Am Sonntag waren in Al-Arisch vier Sicherheitskräfte und zwei Zivilisten getötet worden.

          Die anhaltende Gewalt verstärkt den Druck auf Übergangspräsident Adli Mansur. In einer Fernseh-Ansprache rief er zuletzt zur nationalen Versöhnung auf. Es müsse „ohne Groll, Hass oder Konfrontation“ eine neue Seite in der Geschichte Ägyptens aufgeschlagen werden, forderte er. International wird von Mansur die Freilassung des gefangenen Mursis gefordert. Nach Forderungen Deutschland und den USA verlangte das auch das  EU-Außenministerium.

          Mursis Familie spricht von einer „Entführung“

          Mursis Familie warf Armeechef Abdel Fattah al-Sisi unterdessen die „Entführung“ des früheren Staatschefs vor. Es würden „rechtliche Maßnahmen auf lokaler und internationaler Ebene“ gegen „den Führer des blutigen Militärputsches“ unternommen, sagte Mursis Tochter Schaimaa. Mursi wird seit seiner Entmachtung durch die Armee am 3. Juli an einem geheimen Ort festgehalten.

          Seit den Massenprotesten in den Tagen vor Mursis Sturz wurden bei gewaltsamen Zusammenstößen in Ägypten, insbesondere in Kairo, rund 150 Menschen getötet. Hinzu kommen etwa 40 Menschen, die auf der Sinai-Halbinsel getötet wurden.

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