https://www.faz.net/-gq5-7lcpj

Ägypten : Sieg für Sisi

Mit der Restauration und Dominanz des Militärs scheint ein Großteil der Ägypter einverstanden zu sein. Das ist nicht das, was die Revolutionäre 2011 im Sinn gehabt hatten. Aber die Leute wollen Stabilität.

          Ein „demokratisches Hochamt“ war die Volksabstimmung in Ägypten sicherlich nicht. Dagegen sprechen schon die Boykottaufrufe der Islamisten und der Umstand, dass die Muslimbruderschaft für illegal und zur Terrorgruppe erklärt wurde. Ein Teil der Bevölkerung war also von der Teilnahme ausgeschlossen oder schloss sich selbst davon aus.

          Aber auch die frühere Abstimmung über die Verfassung der Islamisten hatte viele Makel; ein Dokument für ein demokratisches Gemeinwesen war sie nicht. Mit den gegenwärtigen Verhältnissen, der Restauration und Dominanz des Militärs scheint dagegen ein Großteil der Ägypter einverstanden zu sein. Das ist zweifellos nicht das, was die Revolutionäre des Jahres 2011 im Sinn gehabt hatten – aber die Leute wollen heute vor allem eines: Stabilität. Kein Chaos, keine Islamisierung von Staat und Gesellschaft.

          Die Herrscher um den Militärchef al Sisi werden den Ausgang der Abstimmung als Bestätigung ihres Vorgehens und als Mandat für die Fortsetzung ihres Regimes werten. Es wäre wünschenswert, wenn sie sich um einen möglichst breiten und pluralistischen Dialog bemühten.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Topmeldungen

          Analyse der Europawahl : Grüne Großstädte – blauer Osten

          Die Grünen punkten bei der Europawahl in den Städten und in der Fläche, die AfD ist stärkste Kraft in Teilen Ostdeutschlands. Doch auch andere Entwicklungen sind bemerkenswert: Gab es einen Rezo-Effekt für die CDU? Und woher kommen die Stimmen für „Die Partei“?
          Werden Kristina Vogt von den Linken, Maike Schaefer von den Grünen und Carsten Sieling von der SPD (v.l.n.r.) in Zukunft in einer Koalition Bremen führen?

          Nach der Bremenwahl : Viele Optionen, jede Menge Hürden

          Bremen steht auch nach der Bürgerschaftswahl spannende Tage bevor: Eine rechnerische Mehrheit gibt es für mehrere Bündnisse. Im Vordergrund stehen Rot-Rot-Grün und Jamaika – doch wie stehen ihre Chancen? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.