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Ägypten : Kerry: Mursis Sturz kein Putsch

  • Aktualisiert am

Kerry mit pakistanischen Regierungsvertretern am Donnerstag in Islamabad Bild: AP

Außenminister Kerry bezeichnet den Sturz Mursis in Ägypten als legitim. Zudem kündigt er ein Ende der Drohnenangriffe in Pakistan an.

          2 Min.

          Die amerikanische Regierung hat der Entmachtung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär nachträglich ihren Segen erteilt. Die Muslimbrüder äußerten sich entsetzt über diese Aussagen. „Wir glauben, dass die amerikanische Regierung mitschuldig an dem Militärputsch ist“, sagte ein Sprecher der Islamistenbewegung am Freitag in Kairo.

          Der amerikanische Außenminister John Kerry hatte zuvor am Donnerstag in einem Interview des pakistanischen Fernsehsenders GEO TV gesagt, die Armee sei von Millionen Menschen, die ein Abgleiten Ägyptens ins Chaos befürchtet hätten, zum Eingreifen aufgefordert worden. „Ihr Ziel war es nicht - soweit wir das bisher beurteilen können - die Macht zu übernehmen.“ Vielmehr habe die Armee „die Demokratie wiederhergestellt.“ Washington sei allerdings sehr besorgt über den Tod von Dutzenden Mursi-Anhängern bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften. Dies sei „völlig inakzeptabel“.

          Der Sprecher der Muslimbrüder forderte die amerikanische Bevölkerung auf, sich gegen eine Regierung zu erheben, „die ihre Werte verrät, indem sie Tyrannei und Diktatur unterstützt“. Linke und liberale Parteien in Ägypten hatten Washington in den vergangenen Monaten vorgeworfen, sie unterstütze die Herrschaft der Islamisten in Kairo.

          Kerry stellt Ende von Drohnenangriffen in Aussicht

          Zum Abschluss seines Besuchs in Pakistan hat der amerikanische Außenminister John Kerry ein baldiges Ende der amerikanischen Drohnenangriffe in dem Land in Aussicht gestellt. Zur Frage nach einem „Zeitplan“ für eine Einstellung der in Pakistan höchst umstrittenen Einsätze sagte Kerry am späten Donnerstag im Staatsfernsehen, er hoffe, „dass dies sehr, sehr bald geschehe“. Weiter führte Kerry aus: „Ich denke, das Programm wird enden, weil wir die größten Gefahren abgewehrt haben und weiter abwehren.“

          Kerrys Sprecherin sagte, dass die Zahl der Drohnenangriffe bereits abgenommen habe. Für ein Ende der Einsätze gebe es aber „keinen genauen Zeitplan“. Die Beziehungen zwischen Pakistan und den Vereinigten Staaten sind angespannt. Unter anderem die Tötung von Usama bin Ladin durch ein amerikanisches Spezialkommando in Pakistan im Mai 2011 sorgte für Verstimmung. Streitthema sind zudem die amerikanischen Drohnenangriffe auf mutmaßliche Aufständische in Pakistan.

          Bei seinem Besuch in Pakistan versuchte Kerry nun, die Lage zu entspannen. Unter anderem lud er den neuen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif nach Washington ein. Dabei soll es im Herbst auch ein Treffen Sharifs mit Amerikas Präsidenten Barack Obama geben. Kerry ist der ranghöchste amerikanische Vertreter, der Pakistan seit der Wahl Sharifs zum Ministerpräsidenten im Mai besuchte. Nach seinen Gesprächen in Islamabad kündigte er eine Wiederaufnahme des strategischen Dialogs zwischen Islamabad und Washington an.

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