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Ägypten : Ashton will Vermittlung in Kairo fortsetzen

  • Aktualisiert am

Catherine Ashton vor ihrem Treffen mit Mursi in Kairo Bild: REUTERS

Die EU-Außenbeauftragte Ashton hat sich an einem unbekannten Ort mit dem gestürzten ägyptischen Präsidenten Mursi getroffen. Ashton sagte, es gehe ihm gut.

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          Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat zum Abschluss ihrer Reise nach Ägypten angekündigt, dass die EU ihre Vermittlungsbemühungen fortsetzen und sie dazu nach Kairo zurückkehren will. Der stellvertretende Staatspräsident Mohammed El Baradei sagte während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ashton, sobald die Gewalt eingedämmt sei, werde es Raum für eine friedliche Auflösung der Demonstrationen geben und es werde ein politischer Dialog eingeleitet. El Baradei sagte, der abgesetzte Präsident Muhammad Mursi sei kein politischer Gefangener, sondern ein gewöhnlicher Häftling, gegen den ermittelt werde.

          Ashton hatte zuvor als erste ausländische Besucherin mit dem vom Militär abgesetzten Mursi gesprochen. Es gehe Mursi gut, er werde an einem Ort festgehalten, der ihr unbekannt sei, sagte die EU-Außenbeauftragte. Sie habe aber gesehen, wie er untergebracht sei. Mursi habe Zugang zu Informationen über das Fernsehen und Zeitungen. Sie habe zwei Stunden mit ihm über die Lage in Ägypten gesprochen, wolle über die Einzelheiten des Gespräches aber keine Angaben machen. Sie habe seine Familie wissen lassen, dass es ihm gut gehe.

          Die EU-Außenbeauftragte, die sich zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen als Vermittlerin in Kairo aufhielt, wurde nach ägyptischen Presseberichten am Montagabend mit einem Militärhubschrauber zu dem Treffen mit Mursi gebracht. Ashton sagte, sie habe eine Begegnung mit Mursi zur Bedingung für ihre Reise gemacht. Sie war auf Einladung der Übergangsregierung nach Kairo gereist.

          Ashton traf sich dort unter anderen mit Armeechef Abd al Fattah al Sisi, Übergangspräsident Adli Mansur, anderen führenden Regierungsvertretern, den Sprechern der Aktivistenbewegung Tamarrod und Repräsentanten der Muslimbruderschaft. Die salafistische Partei Hizb al Nur forderte während eines Treffens mit Ashton einen politischen Prozess, der alle großen politischen Gruppen einschließe. Die dem Militär nahestehende Zeitung „Al Ahram“ berichtete unter Berufung auf nicht näher bezeichnete informierte Kreise, der Besuch Ashtons könne zu einer Absprache zwischen der Armee und der Muslimbruderschaft führen, die Gewalt auf den Straßen zu beenden.

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