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40 Tote bei Doppelanschlag : Neue Dimension des Terrors in Nigeria

  • -Aktualisiert am

In Nigerias Millionenstadt Kaduna explodierten zwei Bomben Bild: dpa

Im Norden Nigerias sind mindestens 42 Menschen bei zwei Anschlägen umgekommen. Die Bomben galten einem prominenten muslimischen Prediger und einem Oppositionspolitiker. Wollte Boko Haram die Ohnmacht des Staates demonstrieren?

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          Bei einem doppelten Bombenanschlag in der nordnigerianischen Millionenstadt Kaduna sind am Mittwoch nach ersten Meldungen mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Angriffe hatten einen prominenten muslimischen Prediger sowie den Führer der nigerianischen Opposition zum Ziel, die beide unverletzt blieben.

          Die erste Bombe explodierte, als der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Imam Dahiru Bauchi nach einer Predigt in einem offenen Wagen durch das Stadtzentrum fuhr, um seine Anhänger zu grüßen. Bei dem mutmaßlich von einem Selbstmordattentäter verübten Anschlag sollen 25 Menschen ums Leben gekommen sein.

          Der zweite Angriff ereignete sich 90 Minuten später nur wenige Kilometer entfernt, als der Konvoi des Oppositionspolitikers Muhammadu Buhari angegriffen wurde, wobei 15 Menschen getötet worden sein sollen. Buhari ist ein ehemaliger General der nigerianischen Armee, der in den achtziger Jahren kurz der Militärjunta vorstand, die damals Nigeria regierte. Bei den Wahlen im Jahr 2011 war er der wichtigste Konkurrent des jetzigen Präsidenten Goodluck Jonathan gewesen und hatte angekündigt, bei den Wahlen im kommenden Jahr abermals gegen ihn kandidieren zu wollen.

          Anschläge 100 Tage nach Entführung von Schulmädchen

          Bislang bekannte sich niemand zu dem Doppelanschlag. Für die nigerianischen Sicherheitskräfte steht eine Täterschaft der radikal-islamischen Sekte Boko Haram allerdings außer Frage. Sollte das zutreffen, markiert der Doppelanschlag von Kaduna eine neue Qualität des Terrors in Nigeria. Noch nie zuvor waren zwei so bekannte öffentliche Personen nahezu gleichzeitig angegriffen worden.

          Die Frage ist zudem, ob Boko Haram mit diesen Angriffen nicht darauf abzielt, die Ohnmacht der nigerianischen Sicherheitsdienste zu demonstrieren: Die Bomben explodierten auf den Tag genau 100 Tage nach der Entführung von 219 Schulmädchen aus Chibok, von denen nach wie vor jede Spur fehlt.

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