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Afrika : Tschad und Sudan unterzeichnen Nichtangriffspakt

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Baschir und Déby unterschreiben noch einen Pakt Bild: dpa

Es ist schon der sechste Versuch: Nach jahrelangen Feindseligkeiten und fehlgeschlagenen Annäherungsversuchen haben die afrikanischen Nachbarstaaten Tschad und Sudan einen weiteren Nichtangriffspakt geschlossen. An dessen Wirksamkeit wird gezweifelt.

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          Die Präsidenten Tschads und Sudans, Idriss Déby und Omar al Baschir, haben am Donnerstag am Rande des Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) in der senegalesischen Hauptstadt Dakar einen neuen „Nichtangriffspakt“ unterzeichnet. Das Abkommen war nach Vermittlung des senegalesischen Präsidenten Abdoulaye Wade zustande gekommen und wurde in Gegenwart von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon unterschrieben.

          In dem Pakt verpflichten sich beide Seiten dazu, Rebellenangriffe auf das Nachbarland von ihrem jeweiligen Territorium aus künftig zu unterbinden. Es ist das sechste derartige Abkommen zwischen den beiden Staaten. Die fünf vorangegangen waren allesamt gebrochen worden.

          Sudan unterstützt seit Jahren tschadische Rebellen, während Tschad sudanesische Rebellen unterstützt. Vor eineinhalb Monaten hatte sich der tschadische Präsident Idriss Déby nur mit Mühe eines mutmaßlich von Sudan lancierten Rebellenangriffes auf die Hauptstadt N'Djamena erwehren können. Ob dem neuen Abkommen eine längere Lebensdauer beschieden sein wird als den vorangegangen, ist zweifelhaft.

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          Im Gegensatz zu den vorangegangenen Nichtangriffspakten soll die Einhaltung des neuen Abkommen zwar von einer Kontrollgruppe, der die Außenminister Libyens, Kongo-Brazzavilles, Senegals, Gabuns und Eritreas angehören, regelmäßig überprüft werden. Doch schon die Vorgeschichte des „Abkommens von Dakar“, das von senegalesischer Seite ursprünglich als „definitiver Friedensvertrag“ gepriesen worden war, gibt wenig Anlass zu Optimismus: Den ersten Unterschriftstermin am vergangenen Dienstag hatte Baschir unter Hinweis auf „Kopfschmerzen“ abgesagt, nachdem er zuvor den Sinn eines solchen Abkommens öffentlich bezweifelt hatte. Dann wieder hatte sich Déby einer Unterschrift verweigert und das mit einem angeblichen neuen Rebellenangriff am Mittwoch begründet, der nach Auskunft der an der gemeinsamen Grenze stationierten Eufor-Soldaten aber nicht stattgefunden hatte.

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