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Afrika : Deutschland erkennt Südsudan als Staat an

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Ein Südsudanese mit der Flagge seines neuen Staates in der Nähe des Flughafens von Juba Bild: Marcus Kaufhold

Deutschland hat Südsudan als unabhängigen Staat anerkannt. Das teilte Bundespräsident Wulff dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir mit. Der Bundestag erlaubte die Beteiligung von bis zu 50 Bundeswehrsoldaten an der UN-Südsudanmission Unmiss.

          Deutschland erkennt Südsudan mit der Unabhängigkeitserklärung an diesem Samstag sofort als jüngsten Staat der Welt an. Dies teilte Bundespräsident Christian Wulff dem Präsidenten des 54. afrikanischen Staates, Salva Kiir, am Freitag in einem offiziellen Schreiben mit.

          Zugleich rief er dazu auf, die Konflikte mit der bisherigen Zentralregierung in Khartum „auf dem Verhandlungswege, friedlich und zur Zufriedenheit beider Länder zu lösen“. Der Südsudan wird sich am Samstag für unabhängig erklären. Damit wird das bislang größte afrikanische Land Sudan geteilt. Künftig gibt es dann eine Republik Sudan und eine Republik Südsudan. Im Januar hatten in einer Volksabstimmung annähernd 99 Prozent der Menschen im Südsudan für die Unabhängigkeit gestimmt.

          Bei den Feiern am Samstag in der neuen Hauptstadt Juba wird Deutschland durch den Afrika-Beauftragten des Auswärtigen Amts, Walter Lindner, vertreten. Erster deutscher Botschafter wird der bisherige „Leiter der Außenstelle Juba“, Peter Felten.

          Bundestag berät über Unmiss-Mandat

          Die Vereinten Nationen haben in Südsudan bereits seit 2005 eine Mission mit bis zu 10.000 Soldaten im Einsatz (Unmis), an der die Bundeswehr mit derzeit 32 Soldaten beteiligt ist. Dieses Mandat geht mit der Unabhängigkeit zu Ende.

          Der UN-Sicherheitsrat verständigte sich deshalb auf das Mandat einer neuen Südsudan-Mission (Unmiss). Bis zu 7000 Soldaten sollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit „allen nötigen Mitteln“ die Bevölkerung schützen. Europäische Staaten setzten in New York aus finanziellen Gründen durch, bald zu prüfen, ob 6000 Soldaten genügen. Der Bundestag erlaubte die Beteiligung von bis zu 50 Bundeswehrsoldaten an der Unmiss.

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