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Gefangenentausch abgeschlossen : Kabul will „unverzüglich“ Friedensverhandlungen mit Taliban

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani (Mitte) sein Amtsvorgänger Hamid Karzai (rechts) und Premierminsiter Abdullah Abdullah im Präsidentenpalast in Kabul. Bild: AP

Die aufständischen Taliban hätten afghanische Kommandosoldaten freigelassen, heißt es aus Kabul. Damit sei der Weg frei für innerafghanische Verhandlungen.

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          Der Austausch von Gefangenen und Häftlingen zwischen der afghanischen Regierung und den aufständischen Taliban ist nach Auffassung der Regierung in Kabul abgeschlossen. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Javid Faisal, teilte am Donnerstag auf Twitter mit, die Taliban hätten wie gefordert afghanische Kommandosoldaten freigelassen. Daraufhin habe die Regierung die verbliebenen 400 Sträflinge aus der Haft entlassen, die auf einer Liste von 5000 freizulassenden Taliban standen.

          Christian Meier
          Redakteur in der Politik.

          Ausgenommen seien allerdings „die wenigen, hinsichtlich derer unsere Partner Vorbehalte haben“, schrieb Faisal. Dabei handelt es sich um sieben Taliban, denen die Beteiligung an der Tötung ausländischer Soldaten zur Last gelegt wird. Unter anderem Australien und Frankreich hatten darauf gedrungen, diese Militanten nicht freizulassen. Ungeachtet dessen schrieb Faisal, er erwarte, dass direkte Verhandlungen nun „unverzüglich“ beginnen.

          Seit März war der Austausch von insgesamt 6000 Gefangenen – 5000 Taliban und 1000 afghanischen Sicherheitskräften – ein Konfliktthema zwischen der Regierung und den Aufständischen gewesen. Die Taliban hatten ihn in ihrem Abkommen mit den Vereinigten Staaten verankert und beriefen sich seither immer wieder darauf. Die afghanische Regierung, die an dem Abkommen von Ende Februar nicht beteiligt war, stellte jedoch mehrmals neue Hürden und Forderungen auf.

          Zuletzt ging es um die geforderte Freilassung von rund zwanzig afghanischen Kommandosoldaten, die sich noch in Händen der Islamisten befunden haben sollen. Laut afghanischen Medienberichten sollen die Taliban nun sechs dieser Spezialkräfte freigelassen haben; unklar war am Donnerstag, wie sich dies zu der von Kabul ursprünglich genannten Zahl verhält. Möglicherweise sind die restlichen nicht mehr am Leben; möglicherweise ist die Zahl von sechs freigelassenen Soldaten aber auch ein Kompromiss, den die Regierung eingegangen ist.

          Von den Taliban gab es vorerst keine Stellungnahme; am Mittwochabend hatten sie in einer Mitteilung die Freilassung weiterer Häftlinge begrüßt und ihre bisherige Position wiederholt: „Sobald der Prozess der Gefangenenfreilassung gemäß dem Abkommen abgeschlossen ist, sind wir bereit, unverzüglich mit innerafghanischen Treffen zu beginnen.“ Um das Schicksal der noch nicht freigelassenen sieben Taliban-Häftlinge wird offenbar gerungen, der Nationale Sicherheitsberater Faisal schrieb: „Diplomatische Bemühungen gehen weiter.“

          Verschiedenen Medienberichten zufolge, die sich auf Offizielle beider Seiten sowie westliche Diplomaten beriefen, sollen die sieben Häftlinge nach Qatar gebracht werden. In dem Golfemirat könnten auch die innerafghanischen Gespräche stattfinden, die einen Frieden in den Bürgerkriegsland einleiten sollen. Beide Seiten haben jüngt ihre Verhandlungsteams zusammengestellt.

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