https://www.faz.net/-gpf-9xdrf

Konflikt um Wahlausgang : Afghanistans Präsident setzt seinen Rivalen Abdullah ab

  • Aktualisiert am

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani Bild: dpa

Am Montag haben sich Aschraf Ghani und Abdullah Abdullah beide in getrennten Zeremonien zum Staatschef erklärt. Sie halten sich jeweils für den rechtmäßigen Sieger der afghanischen Präsidentenwahl.

          1 Min.

          Zwei Tage nach seinem Amtsantritt hat Afghanistans Präsident Aschraf Ghani seinen Regierungsgeschäftsführer und Wahlrivalen Abdullah Abdullah abgesetzt. Das Büro des Regierungsgeschäftsführers existiere nicht mehr in der Struktur der afghanischen Regierung, sagte Ghanis Sprecher während einer Pressekonferenz am Mittwoch. Abdullah äußerte sich zunächst nicht.

          Abdullah erkennt das Ergebnis der Präsidentenwahl vom September 2019 nicht an und hatte sich am Montag während Ghanis Amtseinführung ebenfalls zum Präsidenten erklären lassen. Bereits nach der Präsidentenwahl 2014 hatten Ghani und Abdullah über den Sieg im Streit gelegen. Als Kompromiss wurde damals unter Vermittlung der Vereinigten Staaten nach Monaten eine Einheitsregierung gebildet.

          Seit Monaten herrscht Streit um den Ausgang der Wahl. Die Wahlkommission hatte den Amtsinhaber Ghani am 18. Februar mit 50,64 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt. Abdullah spricht von Betrug und beanstandete rund 300.000 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war mit 15 Prozent die geringste seit dem Fall des Taliban-Regimes im Jahr 2001.

          Der innenpolitische Streit trifft Afghanistan zur Unzeit. Die Vereinigten Staaten und die militant-islamistischen Taliban haben am 29. Februar ein Abkommen geschlossen, das den Weg für innerafghanische Friedensgespräche einleiten soll. Um in den Verhandlungen mit den Islamisten zu bestehen, ist Beobachtern zufolge vor allem Einigkeit auf Regierungsseite vonnöten.

          Weitere Themen

          Spahn fordert ausreichende Versorgung mit Remdesivir in Europa

          Corona-Medikament : Spahn fordert ausreichende Versorgung mit Remdesivir in Europa

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet, dass Europa nach einer Zulassung von Remdesivir in ausreichendem Maße mit dem Corona-Medikament versorgt wird. Die amerikanische Regierung hatte sich zuvor einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge von Remdesivir gesichert.

          Topmeldungen

          Durch ein anderes Delikt in den Fokus geraten: Der Mörder von Johanna Bohnacker konnte 18 Jahre nach der Straftat gefasst werden.

          „Cold Cases“ : Keiner wird vergessen

          Moderne Ermittlungsmethoden ermöglichen es, neue Spuren in vermeintlich unlösbaren Kriminalfällen zu entdecken. In Hessen werden „Cold Cases“ jetzt systematisch aufgerollt.
          30. November 1989: Die völlig zerstörte Limousine von Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen nach dem Anschlag in Bad Homburg

          Europaweite Fahndung : 101 Hinweise auf frühere RAF-Terroristen

          Die Ausschreibung von zwei mutmaßlichen früheren RAF-Mitgliedern auf einer europäischen Fahndungsliste hat zu mehr als hundert Hinweisen geführt. Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub sollen für mehrere Morde verantwortlich sein – unter anderem an Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.