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Taliban auf dem Vormarsch : Düstere Zukunft für Afghanistan

Soldaten der afghanischen Armee in Enjil in der Provinz Herat am 1. August Bild: AFP

Dass die Vereinigten Staaten ihre Truppen aus Afghanistan abgezogen haben, kann man gut verstehen. Doch sie haben damit das Land den Taliban ausgeliefert.

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          Es sieht mehr und mehr danach aus, dass sich die düsteren Vorhersagen über den Gang der Dinge in Afghanistan bewahrheiten. Der Vormarsch der Taliban geht weiter; sie dringen selbst in Regionen vor, in denen sie früher nicht präsent waren. Flughäfen müssen gesperrt werden, Großstädte werden angegriffen. Die Taliban, stellen hohe amerikanische Militärs nüchtern fest, besitzen das „strategische Momentum“; sie erweitern Einfluss und Kontrolle.

          Selbst wenn man die Gründe für den Rückzug der Vereinigten Staaten nachvollziehen kann – einem Rückzug, dem sich die Nato-Partner zwangsläufig anschließen –, so trägt die Regierung Biden dennoch wenigstens eine Teilverantwortung für die weitere Entwicklung: Letztlich haben sie Afghanistan den Taliban ausgeliefert. Dass sie die Regierung in Kabul unterstützt, wird ihren Sturz vermutlich nicht verhindern.

          Die Folgen werden auch andere Länder, in der Region und darüber hinaus, zu spüren bekommen: in Form von neuen Flüchtlingsströmen, Islamismus- und Instabilitätsexport. Auch das gehört in die Abschlussbilanz hinein. In Deutschland hat die Diskussion begonnen, ob weiterhin Abschiebungen nach Afghanistan möglich sind oder ob diese gestoppt werden sollten. Und den Kommunen wird es schon bange bei dem Gedanken, was auf sie zukommen könnte – die Erinnerungen an 2015 sind noch wach. Die Moral? Wer militärisch interveniert, muss schwerwiegende Gründe dafür haben. Er trägt Verantwortung für lange Zeit.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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