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Deutscher Afghanistan-Einsatz : Zwei Bundeswehrhubschrauber in Kabul gelandet

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Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ H-145M wird in ein Flugzeug verladen. Er soll in Kabul für die Rettung einzelner Personen eingesetzt werden. Bild: dpa

Am Samstagmorgen sind zwei Hubschrauber der Bundeswehr in Kabul angekommen. Die Maschinen vom Typ Airbus H145M sollen Deutsche und Ortskräfte sicher zum Flughafen der afghanischen Hauptstadt bringen.

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          Die Bundeswehr hat zwei Hubschrauber für das Ausfliegen von Menschen in die afghanische Hauptstadt Kabul gebracht. „Die beiden gestern in Wunstorf verladenen Hubschrauber vom Typ Airbus H145M sind in Kabul angekommen“, schrieb die Bundeswehr am Samstagmorgen auf Twitter. Mit ihrer Hilfe sollen gefährdete Menschen in Sicherheit gebracht werden, die es wegen der gefährlichen und unübersichtlichen Lage nicht aus eigener Kraft zum Flughafen schaffen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums können die Maschinen dazu eingesetzt werden, einzelne Bundesbürger oder auch Ortskräfte aus Gefahrenlagen zu retten.

          Die beiden Maschinen des Typs H-145M sind Spezialkräften zugeordnet und wurden von den USA angefordert. Die amerikanischen Truppen flögen hauptsächlich mit großvolumigen Hubschraubern und benötigten im städtischen Umfeld eine kleinere Maschine, sagte Generalinspekteur Eberhard Zorn am Freitag in Berlin. Im Einsatz sollen die Bundeswehrmaschinen immer von amerikanischen Hubschraubern der USA begleitet werden. Im Hintergrund gebe es zudem von amerikanischer Seite eine „luftbewegliche Eingreifreserve“.

          „Kein Taxi-Service“

          Zorn sagte: „Das ist eine wirkliche Luftoperation. Das ist kein Taxi-Service“. Die Helikopter seien sehr beweglich und könnten selbst in eng bebauten Städten landen. Bisher ist die Bundeswehr nur innerhalb des Flughafens Kabul im Einsatz, der von amerikanischen Truppen abgesichert wird.

          Bild: dpa

          Rund um den Flughafen herrschen seit der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban chaotische Zustände. Tausende Afghanen und ausländische Staatsbürger hoffen auf eine Gelegenheit, sich mit westlichen Flügen in Sicherheit zu bringen. Die Lage ist extrem gefährlich. Auch einheimische Helfer deutscher Organisationen berichten von verstopften und teils unpassierbaren Straßen, an denen die Taliban Checkpoints errichtet haben.

          Insgesamt brachte die Bundeswehr bis am  Samstagmorgen mehr als 1800 gefährdete Menschen in Sicherheit. In der Nacht auf Samstag wurden 179 Personen in die usbekische Hauptstadt Taschkent ausgeflogen. Der Zeitdruck wächst, weil die Vereinigten Staaten eigentlich bis zum 31. August den Abzug ihrer Truppen aus Afghanistan abgeschlossen haben wollen. Vom Schutz durch die derzeit 5200 US-Soldaten hängen aber die Evakuierungen anderer Streitkräfte wie beispielsweise der Bundeswehr ab.

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