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Während des Freitagsgebets : Mindestens 72 Tote bei zwei Angriffen auf Moscheen in Afghanistan

  • Aktualisiert am

Muslime feiern Anfang August das Ende des Ramadans vor einer Moschee in Kabul. Die Anschläge ereignen sich derzeit oft während der Freitagsgebete. Bild: dpa

Es ist bereits der dritte Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul in knapp zwei Monaten. Auch ein Gotteshaus in der Provinz Ghor war Ziel einer Attacke. Der IS bekannte sich zu dem Anschlag.

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          In Afghanistan sind bei zwei Anschlägen auf schiitische Moscheen am Freitag mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen. In der Hauptstadt Kabul habe sich ein Selbstmord-Attentäter in der Imam-Saman-Moschee die Luft gesprengt, als sich die Gläubigen zu den Freitagsgebeten versammelten, teilten die Behörden mit. Mindestens 39 Menschen seien dabei getötet worden. Bei einem zweiten Angriff auf eine Moschee in Ghor im Zentrum des Landes starben nach Polizeiangaben mindestens 33 Menschen. Die schiitische Minderheit in Afghanistan war wiederholt Ziel von Anschlägen.

          Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hat sich zu einem der Anschläge bekannt. Ein Selbstmordattentäter habe in der schiitischen Imam-Saman-Moschee seine Sprengstoffweste gezündet, teilte die Gruppe am Samstag mit. Belege legte sie nicht vor.

          Anwohner berichteten in sozialen Medien von einer blutverschmierten Gebetshalle in Kabul und vielen Leichen, die hinausgetragen würden. Ein Sprecher der Kabuler Polizei sagte, die Explosion habe sich in der Imam-Saman-Moschee im Stadtviertel Dascht-e Bartschi zugetragen. In Dascht-e Bartschi im Westen von Kabul leben mehrheitlich schiitische Hasaras. Zuvor hatte der Sender Tolo TV gemeldet, dass ein Selbstmordattentäter in der Moschee „zugeschlagen“ habe.

          Es ist bereits der dritte Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul in knapp zwei Monaten. Ende September waren bei einem Angriff auf eine schiitische Moschee sieben Menschen getötet worden, Ende August starben bei einem weiteren Anschlag mindestens 28 Menschen. Ein ähnliches Attentat gab es Anfang August auch in der westafghanischen Stadt Herat, damals kamen 29 Menschen ums Leben. Fast jedes Mal kamen die Attentäter, wenn die Moscheen voll waren  entweder an einem hohen Feiertag oder während eines Freitagsgebets. Anschläge auf schiitische Moscheen hat bisher fast immer die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

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