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Im Osten Afghanistans : Zwei amerikanische Soldaten von Angreifer erschossen

  • Aktualisiert am

Afghanische Soldaten am Sonntag nach dem Angriff auf amerikanische Soldaten auf Patrouille an einem Checkpoint Bild: EPA

Ein Kämpfer in der Uniform der afghanischen Armee hat in einem Militärlager das Feuer auf eine amerikanische Einheit und einheimische Soldaten eröffnet. Ob es sich um eine sogenannte Insider-Attacke oder um einen Unfall handelte, war zunächst unklar.

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          Im Osten Afghanistans sind zwei amerikanische Soldaten von einem Angreifer erschossen worden. Sechs weitere amerikanische Soldaten wurden bei dem Zwischenfall in einem Militärlager in der Provinz Nangarhar verletzt, wie die amerikanische Armee am Sonntag mitteilte. Zudem wurden drei afghanische Soldaten bei dem Vorfall verletzt. Zunächst blieb offen, ob es sich um die Tat eines in die afghanischen Streitkräfte eingeschleusten Dschihadisten oder um einen Unfall handelte.

          Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend im Bezirk Schersad. Nach ersten Erkenntnissen eröffnete ein Kämpfer in der Uniform der afghanischen Armee mit einem Maschinengewehr das Feuer auf eine amerikanische Militäreinheit und einheimische Soldaten, wie der Sprecher der amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan, Sonny Leggett, mitteilte.

          Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Nangarhar, Schah Mahmud Mejachil, war zunächst offen, ob es sich um eine sogenannte Insider-Attacke oder um einen Unfall handelte. Bei Insider-Attacken greifen Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte die mit ihnen verbündeten ausländischen Truppen in dem Land an.

          Auch nach amerikanischen Angaben war der Hintergrund des Vorfalls vorerst unklar. Die afghanischen Sicherheitsbehörden leiteten Ermittlungen ein. Mehrere Hubschrauber landeten nach Angaben von Bewohnern in Schersad, um Verletzte abzutransportieren.

          Zunächst bezichtigte sich keine Gruppierung des Angriffs. Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid lehnte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP eine Stellungnahme ab. Die radikalislamische Miliz gehe dem Vorfall selbst nach, erklärte er.

          Zuletzt waren amerikanische Soldaten wieder deutlich häufiger Ziel von Angriffen in dem Krisenstaat. Im letzten Quartal 2019 wurden nach Angaben der amerikanischen Armee insgesamt 8.204 Angriffe verzeichnet gegenüber knapp 7000 im gleichen Zeitraum des Jahres 2018.

          Die Taliban und die Vereinigten Staaten verhandeln derzeit über einen möglichen Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan. Zuletzt hatte die Miliz nach eigenen Angaben Washington eine kurze Waffenruhe vorgeschlagen.

          Bei den Verhandlungen geht es um die Bedingungen eines amerikanischen Truppenabzugs aus Afghanistan. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al Qaida und die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) bekämpfen. Ein Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und den Taliban gilt als wichtiger Vorläufer für direkte Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und der Miliz. Bislang lehnen die Taliban formale Verhandlungen mit der Regierung in Kabul ab.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte die Gespräche 2019 für „tot“ erklärt, im Dezember wurden sie aber in Qatars Hauptstadt Doha wieder aufgenommen. Wegen eines Angriffs in der Nähe einer amerikanischen Militärbasis waren sie zuletzt abermals unterbrochen worden.

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