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Afghanistan unter den Taliban : Kabuls geplatzte Träume

Das Spiel mit den Drachen ist noch geduldet: Auf dem Tepe Marandschan am Mausoleum von Nadir Shah verbringen Jungen und Männer ihre Freizeit – die meisten von ihnen sind arbeitslos. Bild: Daniel Pilar

Fast ein Jahr nach der Machtübernahme der Taliban gewöhnt sich die afghanische Hauptstadt an ihre neuen Herrscher – und wird doch immer weiter erdrosselt.

          9 Min.

          Am späten Nachmittag, wenn die Hitze langsam abklingt und das Licht weniger gleißend wird, steigen die Drachen auf über dem Tepe Maran­dschan. Kleine bunte Punkte am Himmel, teilweise mehrere Hundert Meter hoch, schweben über dem felsigen Berg, der aus Kabul herausragt. Unten stehen zwischen windschiefen Pinien Männer an ihren Autos, die Köpfe in den Nacken gelegt, und blicken mit zusammengekniffenen Augen nach oben. Drachensteigen ist in Afghanistan nicht nur ein Kinderspiel, sondern ein ehrgeiziger Wettbewerb zwischen Erwachsenen. Zwei Teams treffen sich hier, jeweils über Whatsapp-Gruppen verbunden, die gegeneinander antreten.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

          Er habe jetzt viel Zeit für seine Leidenschaft, sagt Mohammad Azhar. Das Spiel seiner Mundwinkel lässt erahnen, dass er es trotz der sarkastischen Note irgendwie ernst meint. Die meisten Männer hier entstammen der Mittelschicht. Sie hatten einst gute Jobs: Bankmanager, höhere Angestellte oder Ortskräfte für ausländische Organisationen. Doch mit dem überstürzten Abzug der Amerikaner und den internationalen Sanktionen ist die Wirtschaft im Land kollabiert. Die meisten hier sind jetzt arbeitslos.

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