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Afghanistan : Tote bei Anschlag auf Armeebus in Kabul

  • Aktualisiert am

Afghanische Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Kabul Bild: REUTERS

Eigentlich sollte an diesem Mittwoch das Ergebnis der Präsidentenwahl in Afghanistan verkündet werden. Angesichts der Betrugsvorwürfe ist das nun verschoben worden. Zudem wird die afghanische Hauptstadt abermals vom Terror der Taliban erschüttert.

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          Angesichts der Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der afghanischen Präsidentenwahl ist die für Mittwoch vorgesehene Verkündung des vorläufigen Endergebnisses auf kommende Woche verschoben worden.

          Die Stimmzettel aus 1930 Wahllokalen in 30 Provinzen würden abermals auf Betrugshinweise überprüft, sagte der Leiter der Wahlkommission, Jusuf Nuristani, in Kabul zur Begründung. Er rief die beiden verbliebenen Präsidentschaftskandidaten Abdullah Abdullah und Ashraf Ghani dazu auf, Vertreter zu entsenden, um den Prozess zu beobachten.

          Aufräumarbeiten und Untersuchungen am Anschlagsort

          Abdullah hatte zuvor jegliche Zusammenarbeit mit den Wahlbehörden abgelehnt, nachdem diese seiner Forderung nach einer Nachwahl in ausgewählten Provinzen nicht gefolgt waren. Er sprach  von Wahlbetrug „in industriellem Ausmaß“ und hatte am Sonntag mitgeteilt, dass er das Ergebnis nicht anerkennen werde.

          Aus Abdullahs Wahlkampfteam verlautete am Mittwoch, man begrüße die Verschiebung, wenn dadurch gefälschte Stimmen aus der Zählung ausgeschlossen würden. Aus Ghanis Team hieß es, man liege mindestens eine Million Stimmen vor Abdullah. Das Endergebnis der Wahl vom 14. Juni will die Wahlkommission nach bisherigen Planungen am 22. Juli verkünden. Die Amtseinführung des Nachfolgers von Präsident Hamid Karzai ist für den 2. August geplant.

          Nach der Wahl: Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah wirft den Behörden Betrug vor und will das Wahlergebnis nicht anerkennen

          Beim ersten Selbstmordanschlag in Afghanistan seit Beginn des Fastenmonats Ramadan sind acht Soldaten der Luftwaffe und der Attentäter getötet worden. 16 Menschen seien bei der Detonation am Mittwoch im Westen der Hauptstadt verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Angreifer habe sich neben einem Militärbus in die Luft gesprengt. Das Attentat ereignete sich in einem stark abgesicherten Gebiet in der Nähe der Universität.

          Unter den Verletzten sind nach Angaben der Polizei auch Zivilisten. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat und teilten mit, der Attentäter habe aus der südafghanischen Provinz Sabul gestammt. Die Afghanen begehen seit Sonntag den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan.

          Der Anschlag an diesem Mittwoch war aber die erste größere Attacke in Kabul seit dem 7. Juni. Bei einem Attentat auf Abdullah waren damals zwölf Menschen getötet worden. Abdullah selbst blieb unverletzt.

          Das Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, afghanische Kampfhubschrauber hätten in der nordostafghanischen Provinz Badachschan Aufständische angegriffen. Dabei seien elf Taliban-Kämpfer getötet worden. In Badachschan war die Bundeswehr bis zu ihrem Abzug 2012 eingesetzt.

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