https://www.faz.net/-gpf-ag1ng

Afghanistan : Unveränderte Taliban

Frauen demonstrieren vor dem früheren Frauenministerium, das die Taliban in das Amt der Sittenpolizei umgewandelt haben. Bild: AFP

Nach 20 Jahren relativer Freiheit werden die Grundrechte wieder eingeschränkt. Nach wenigen Wochen Taliban-Herrschaft bestätigt sich: Die größten Verlierer sind die Frauen.

          1 Min.

          Misst man die Taliban nicht an ihren Ankündigungen, es besser zu machen als in ihren ersten Herrschaftsjahren von 1996 bis 2001, sondern an ihren Taten, dann fällt das Urteil ernüchternd aus: Davon, dass sie sich gewandelt haben könnten, kann keine Rede sein. Das gilt nun selbst für ihr Versprechen, den Frauen die Rechte zu geben, die der Islam garantiert. Vom neuen Schuljahr an, das am Wochenende begonnen hat, sind aber Mädchen, die älter sind als 12 Jahre, abermals vom Unterricht ausgeschlossen.

          Kurz zuvor hatten die Taliban das Ministerium für Angelegenheiten der Frauen in das Amt für die religiöse Sittenpolizei umgewandelt und die weiblichen Beschäftigten nach Hause geschickt. Im Kabinett sitzen 33 bärtige Männer mit Turban, aber keine einzige Frau und kein Vertreter einer anderen politischen Bewegung.

          Die Afghanen haben sich an Freiheiten gewöhnt

          Möglicherweise finden bei den von ihrem Erfolg berauschten Taliban Flügelkämpfe über die Frage statt, ob sie mit der Bevölkerung, die in zwei Jahrzehnten erfahren hat, was Freiheiten bedeuten, wieder so verfahren können wie während ihrer ersten Herrschaft. Mit der Ideologie der Taliban werden die Afghanen nicht satt.

          Deshalb senden sie nun auch an die Staatengemeinschaft Schalmeienklänge in der Hoffnung auf Hilfen. Dem Westen bleibt nach seinem unrühmlichen Abzug kaum eine andere Wahl: Um die größte Not zu lindern, sollte er Hilfe leisten. Die aber muss an klare Bedingungen gebunden sein.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Acht Parameter gegen Corona

          Vorschlag von Forschern : Acht Parameter gegen Corona

          Trotz 2-G-Regeln bleibt die Gefahr für eine Corona-Ansteckung in Innenräumen groß. Wissenschaftler um den Virologen Hendrik Streeck haben eine Checkliste entworfen, wie sich die Gefahr etwa in Restaurants verringern lässt.

          Grünes Licht für die „Ampel“ Video-Seite öffnen

          Votum der Delegierten : Grünes Licht für die „Ampel“

          Der Länderrat der Grünen stimmt der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit SPD und FDP zu. Der SPD-Vorstand hat den Weg für die Aufnahme der Verhandlungen bereits freigemacht.

          Topmeldungen

          Innen nur 2-G: Und trotzdem bleibt, auch in diesem Braunschweiger Gasthaus, die Ansteckungsgefahr relativ groß.

          Vorschlag von Forschern : Acht Parameter gegen Corona

          Trotz 2-G-Regeln bleibt die Gefahr für eine Corona-Ansteckung in Innenräumen groß. Wissenschaftler um den Virologen Hendrik Streeck haben eine Checkliste entworfen, wie sich die Gefahr etwa in Restaurants verringern lässt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.