https://www.faz.net/-gpf-ag3pl

Afghanistan : Taliban kündigen Wiederöffnung der Mädchenschulen an

  • Aktualisiert am

Mädchenschule 2012 in der Nähe von Kabul Bild: dapd

Die Mädchenschulen in Afghanistan sollen wieder geöffnet werden. Das kündigte ein Sprecher der Taliban an. Auch die übrigen Minister wurden vorgestellt.

          1 Min.

          Die radikalislamischen Taliban haben die Wiederöffnung der Schulen für Mädchen in Afghanistan angekündigt. „Es wird so bald wie möglich geschehen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Zuvor hatte er die Vergabe der verbleibenden Posten in der neuen Regierung bekanntgegeben. Das Kabinett besteht demnach ausschließlich aus Männern.

          In der vergangenen Woche hatten die Taliban männliche Lehrer und Schüler zurück in die Sekundarschulen beordert. Lehrerinnen und Schülerinnen fanden dabei keine Erwähnung. Zudem ersetzten die Islamisten das bisherige Frauenministerium der afghanischen Regierung durch ein „Tugendministerium“. Eine derartige Behörde war während der ersten Taliban-Herrschaft Ende der 90er Jahre etwa für Auspeitschungen von Frauen verantwortlich gewesen.

          Während der ersten Taliban-Herrschaft zwischen 1996 und 2001 waren Frauen in Afghanistan weitgehend aus dem öffentlichen Leben verbannt worden. Sie durften das Haus nur in Begleitung männlicher Angehöriger verlassen. War eine Frau allein unterwegs, drohten ihr Peitschenhiebe. Die neue Taliban-Führung hatte eine weniger strikte Auslegung des islamischen Rechts zugesagt und angekündigt, die Rechte von Frauen zu achten. Allerdings wurden Frauen seit der Machtübernahme angewiesen, zu ihrer eigenen Sicherheit zu Hause zu bleiben und nicht zur Arbeit zu kommen, bis eine Geschlechtertrennung umgesetzt werden könne.

          Die Taliban hatten nach dem Abzug der amerikanischen Truppen im vergangenen Monat die Macht in Afghanistan übernommen und eine neue Regierung eingesetzt. Trotz früherer Versprechen, dass ihre Herrschaft inklusiv sein werde, setzt sich die Regierung bislang ausschließlich aus loyalen Unterstützern der Miliz zusammen.

          Weitere Themen

          Die Kunst flexibler Abschreckung

          Verteidigungsplanung der NATO : Die Kunst flexibler Abschreckung

          Die NATO richtet ihre Verteidigung auf hybride Kriegsführung aus. Nun wird ermittelt, was die Mitglieder dafür können müssen. Das ist auch für die nächste Bundesregierung von Bedeutung.

          Ist Corona vorbei? Video-Seite öffnen

          Ende der epidemischen Lage : Ist Corona vorbei?

          Das Bundesgesundheitsministerium möchte die sogenannte epidemische Lage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen lassen. Offen bleibt, wie Corona-Maßnahmen dann aufrechterhalten werden können.

          Topmeldungen

          NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel

          Verteidigungsplanung der NATO : Die Kunst flexibler Abschreckung

          Die NATO richtet ihre Verteidigung auf hybride Kriegsführung aus. Nun wird ermittelt, was die Mitglieder dafür können müssen. Das ist auch für die nächste Bundesregierung von Bedeutung.
          Hat vor dem Flug nach Amerika noch etwas zu sagen: Mathias Döpfner

          Döpfner zum Fall Reichelt : Vor dem Abflug

          Kurz vor seinem Abflug nach Washington, den Mathias Döpfner antrat, um den Kauf der Mediengruppe Politico zu besiegeln, wandte sich der Springer-Chef mit einer Videobotschaft an seine Mitarbeiter. In ihr geht es um den gekündigten Bild-Chef Julian Reichelt – und um ihn selbst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.