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Einsatz in Afghanistan : Sorge um Sicherheit der Bundeswehr wächst

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Bundeswehrsoldaten laden im Camp Marmal einen Hubschrauber CH-53 in eine Antonov 124 Frachtmaschine. Bild: dpa

In Washington steht ein Abzug amerikanischer Truppen aus Afghanistan zur Debatte. Die anderen ausländischen Truppen wären ohne die Vereinigten Staaten auf einsamem Posten.

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          Im Verteidigungsministerium wächst die Sorge um die Sicherheit des in Afghanistan eingesetzten Bundeswehr-Kontingents. „Eine Verlängerung der Präsenz der Nato über den April hinaus kann zu einer höheren Gefährdung unserer Soldaten führen“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums dieser Zeitung am Freitag und bestätigte damit eine gleichlautende Äußerung zuvor im Verteidigungsausschusses, über die das ARD-Hauptstadtstutio zuerst berichtet hatte.

          Hintergrund der Einschätzung ist offenkundig die Zusage der Vereinigten Staaten an die Taliban, ihre Truppen bis zum 30. April vom Hindukusch abzuziehen. Da die westlichen Verbündeten ohne die Amerikaner schlicht nicht in der Lage wären, ohne ihren wichtigsten Verbündeten den Einsatz vor Ort aufrecht zu erhalten, schließt der Abzug sie schon aus militärischen Gründen zwingend mit ein. 

          Momentan steht der Abzug allerdings zur Disposition. Die Einigung mit den Taliban war unter Präsident Donald Trump getroffen worden. Sein Nachfolger, Joe Biden, hat bislang noch nicht entschieden, ob er an ihr weiter festhalten will. Sollte die amerikanische Regierung sich für eine Verlängerung ihrer Präsenz entscheiden, wäre es für die Sicherheit der Truppen entscheidend, ob sie im Einvernehmen oder gegen den Willen der Taliban zustande käme.

          Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, sagte dem ARD-Hauptstadtstudio: „Die Bundeswehr muss angesichts der Lage damit rechnen, dass es sehr gefährlich werden könnte.“ Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD, Siemtje Möller, warnte vor einem überstürzten Rückzug. „Ich möchte gewährleisten, dass wir alles sicher und in Ruhe zurückführen können.“

          Laut Informationen der F.A.Z. plant die Bundeswehr bislang noch nicht, zusätzliche Kampftruppen oder schweres Gerät nach Masar-e-Sharif zu verlegen. Für die Verteidigung des Camps stünde im Fall des Falles offenbar eine niederländische Mörsereinheit zur Verfügung.

          Der verteidigungspolitische Sprecher der Grünen, Tobias Lindner, forderte von der Verteidigungsministerin, den Schutz der Soldatinnen und Soldaten zur obersten Priorität zu machen. „Annegret Kramp-Karrenbauer muss beim Nato-Verteidigungsministertreffen in der kommenden Woche darauf drängen, dass jetzt zügig Klarheit herrscht.“ Der Bundestag könne die Mandatsberatungen zu Afghanistan nicht „ins Blaue hinein“ führen. Der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch ist derzeit bis zum 30. März befristet. CSU-Verteidigungspolitiker Florian Hahn sagte dieser Zeitung: „Die Einschätzung des Verteidigungsministeriums ist realistisch.“ Er gehe davon aus, dass entsprechende Einschätzungen getroffen. Dazu müssten im Zweifel auch „entsprechend robuste Fähigkeiten“ bereitgestellt werden.

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