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Amerikas Abzug aus Kabul : Wie sehr hat Biden das Afghanistan-Debakel geschadet?

Abzug vor einem Jahr: Ein amerikanischer Soldat verabschiedet sich am Flughafen in Kabul von einer Afghanin. Bild: Imago

Mit dem überhasteten Abzug der amerikanischen Truppen aus Kabul sanken Präsident Bidens Zustimmungswerte rapide. Doch seine abnehmende Beliebtheit allein an Afghanistan zu messen, ist irreführend.

          5 Min.

          Joe Bidens Erfahrung in der Außenpolitik sahen viele als sein größtes Kapital an, als er Präsident wurde. Doch es vergingen keine sieben Monate nach Bidens Amtsantritt, da übernahmen die Taliban die Macht in Afghanistan. Da gingen die Bilder von Afghanen um die Welt, die sich am Flughafen von Kabul an ein startendes amerikanisches Militärflugzeug klammerten; da tötete ein Selbstmord­attentäter 13 amerikanische Soldaten und mindestens 170 Afghanen.

          Sofia Dreisbach
          Politische Korrespondentin für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Eine Ka­tastrophe befanden Politiker, Fachleute und Medien, nicht nur in den Vereinigten Staaten. Bidens Zustimmungswerte fielen nach dem überhasteten Abzug der amerikanischen Truppen aus Kabul rapide. Waren es laut einer Gallup-Umfrage zu Beginn der Präsidentschaft 57 Prozent, die Bidens Arbeit guthießen, waren es nach dem Debakel Ende August vergangenen Jahres nur noch 43 und sind es heute nur noch 38 Prozent. Er habe nach zwanzig Jahren „auf die harte Tour“ ge­lernt, dass es nie einen guten Zeitpunkt für den Abzug amerikanischer Truppen gebe, sagte Biden damals. Er stehe je­doch „voll und ganz“ hinter der Entscheidung.

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