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Afghanistan : Pragmatisch

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Die Geberländer haben Afghanistan weitere Milliardenhilfen zugesagt. Dabei wissen sie, dass ein Teil in zwielichtigen Kanälen verschwinden wird. Es ist eine Geste der Gesichtswahrung.

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          Es ist eine Geste der Gesichtswahrung. Amerika, Europa und andere haben Afghanistan weitere Milliardenhilfen zugesagt. Dies haben sie getan, obwohl sie wissen, dass ein Teil des Geldes in zwielichtigen Kanälen verschwinden wird. Aber was bleibt den Geberländern anderes übrig? Wenn sie die Hilfe verweigert hätten, hätte dies den seit mehr als zehn Jahren dauernden Militäreinsatz ad absurdum geführt.

          Wollten die ausländischen Mächte auf der anderen Seite eine rigide Aufsicht über die Verwendung der Hilfsgelder durchsetzen, sähen sie sich von interessierter Seite dem Vorwurf der übermäßigen Bevormundung des afghanischen Volkes ausgesetzt. Angesichts dieser unangenehmen Aussichten haben sich alle Beteiligten zu einer, wenn man so will, pragmatischen Lösung durchgerungen.

          Der afghanische Präsident Karzai sagt, erstens könne er auch nach dem Abzug der ausländischen Truppen die Taliban niederhalten. Außerdem werde er erfolgreich gegen die Korruption kämpfen. Amerikaner und Europäer sagen, sie glaubten ihm das alles. Beides sollte man nur bedingt ernst nehmen.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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