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Terror gegen die Demokratie : Afghanen brauchen Mut, um wählen zu gehen

  • Aktualisiert am

Afghanische Sicherheitskräfte in Kabul Bild: AP

Die Präsidentschaftswahl in Afghanistan hat begonnen. Die Taliban haben Angriffe angekündigt. Aus Sicherheitsgründen bleibt jedes zehnte Wahllokal geschlossen.

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          In Afghanistan hat am Samstag die Präsidentschaftswahl begonnen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen öffneten am Morgen die Wahllokale. Die Afghanen sind aufgerufen, einen Nachfolger von Präsident Hamid Karsai zu wählen. Karsai führte das Land am Hindukusch seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001, darf nach zwei Amtszeiten aber nicht erneut antreten.   

          Unter den acht Kandidaten, die sich um seine Nachfolge bewerben, gelten Karsais langjähriger Rivale Abdullah Abdullah, der renommierte Intellektuelle Aschraf Ghani und der frühere Außenminister Salmai Rassul als Favoriten. Die radikal-islamischen Taliban hatten im Vorfeld mit zahlreichen Anschlägen versucht, die Abstimmung zu verhindern. Am Freitag wurde bei einem Angriff im Osten des Landes die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus getötet.  Wegen der schlechten Sicherheitslage wird voraussichtlich mindestens jedes zehnte Wahllokal geschlossen bleiben.

          Deutsche Regierung sieht große Fortschritte

          Bei der letzten Wahl im August 2009 registrierte die Nato mehr als 400 Angriffe, mindestens 31 Menschen starben. Vor allem außerhalb der Hauptstadt sei die Sicherheitslage auch dieses Jahr extrem schlecht, berichten Reporter der Washington Post.

          Trotz der Probleme bescheinigt der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dem Land große Fortschritte. „Es ist an sich ein großer Erfolg, dass diese Wahlen stattfinden: mit Wahlkundgebungen, Diskussionen über die Kandidaten“, sagte Müller der „Welt“. Afghanistan sei nicht gescheitert. „Ist ein Land verloren, in dem sich seit 2001 das Einkommen verdoppelt hat, in dem mittlerweile neun Millionen Kinder in die Schule gehen, auch Mädchen und in dem es für 85 Prozent eine Gesundheitsversorgung gibt?“, sagte der Minister.

          Entscheidung vielleicht erst im Oktober

          Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht für das Land eine positive Zukunft. „Die Trauer um die gefallenen deutschen Soldaten wird uns immer begleiten, aber der Einsatz hat für die Menschen Fortschritte gebracht“, sagte die CDU-Politikerin der „Bild“-Zeitung. „Das hätte es unter dem Regime der Taliban nie gegeben“, sagte von der Leyen.

          Die Ergebnisse der Wahl dürften erst in einigen Wochen vorliegen. Da wahrscheinlich kein Kandidat die absolute Mehrheit erhält, wird am 28. Mai vermutlich eine Stichwahl notwendig sein. Wegen der schwierigen Machtverhältnisse könnte es nach Einschätzung von Diplomaten schließlich bis Oktober dauern, ehe der neue Präsident sein Amt antritt.

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