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Afghanistan : Offensive in Helmand kann Wochen dauern

  • Aktualisiert am

Häuserkampf in Mardscha Bild: AP

Die Militäroffensive gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan könnte sich noch über Wochen hinziehen. Es werde eine mühsame Aufgabe sein, aber er sei „sehr optimistisch“, sagte der amerikanische Brigadegeneral Lawrence Nicholson.

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          Die große Militäroffensive gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan könnte sich noch über Wochen hinziehen. Der amerikanische Brigadegeneral Lawrence Nicholson sagte dem Fernsehsender CBS, die Militäroperation könne möglicherweise noch 30 Tage dauern. Es werde zwar eine sehr lange und mühsame Aufgabe sein, aber er sei „sehr optimistisch“. Die Aufständischen hätten mehr Sprengfallen installiert, als die Militärs erwartet hätten, betonte Nicholson.

          Die am Wochenende gestartete Offensive ist der erste große Test für die neue Strategie des amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Er hatte vor Kurzem die amerikanische Truppe in Afghanistan um 30.000 Soldaten aufgestockt. Der Angriff in Helmand soll weitere Teile des Landes unter die Kontrolle der Regierung in Kabul bringen.

          Am Wochenende wurden bei Angriffen nach Nato-Angaben zwölf Zivilisten getötet. Zwei Raketen hätten ihr eigentliches Ziel um wenige hundert Meter verfehlt und das Haus einer Familie im Distrikt Mardscha getroffen, teilte die Isaf am Sonntag mit. Isaf-General Stanley McChrystal habe sich dafür beim afghanischen Präsidenten Hamid Karzai entschuldigt. Die alliierten Truppen würden alles daran setzen, ähnliche Todesfälle in Zukunft zu vermeiden, sagte McChrystal.

          Ein verletzter Marine wird ausgeflogen
          Ein verletzter Marine wird ausgeflogen : Bild: AP

          In der Nacht zum Montag sind bei der Bombardierung der Rebellen-Hochburg Mardscha zwölf Taliban-Kämpfer, am Wochenende nach Angaben der afghanischen Behörden mindestens 27 Aufständische getötet worden. Außerdem kamen ein amerikanischer und ein britischer Soldat ums Leben.

          Anders als früher war die Offensive zuvor angekündigt worden, um Zivilisten zu warnen - damit konnten aber offenbar auch Taliban-Kämpfer in der Region untertauchen. Ein britischer Militärsprecher sagte, die Truppen seien nur auf minimalen Widerstand gestoßen. Die Aufständischen seien unfähig zu einer koordinierten Gegenwehr. Es sei nur zu „sporadischen Gefechten“ gekommen. Erste Ziele der Offensive wie die Sicherung von Brücken und Straßen, seien erreicht worden. Die Regierung in Kabul geht davon aus, dass sich mehrere hundert Taliban-Kämpfer im Kampfgebiet befinden, das sich auf die Distrikte Mardscha und Nad Ali erstreckt.

          Bei der Operation „Muschtarak“ gehen seit Samstag 15.000 afghanische und ausländische Soldaten gegen die Taliban in Helmand vor. Es ist die größte Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes. Die ausländischen und afghanischen Truppen wollen eine militärische Wende erzwingen und die radikal-islamischen Aufständischen aus ihren Hochburgen in Mardscha und Nad Ali in der Provinz Helmand vertreiben. Anders als bei früheren Offensiven, nach denen die Truppen bald wieder abzogen, soll die Bevölkerung diesmal nach dem Ende der Operation nicht wieder alleingelassen werden.

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