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Afghanistan : Obama kündigt Militäroffensive an

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„Wir haben nicht um diesen Kampf gebeten”: Obama bei seiner Rede Bild: AP

Amerikas Präsident Obama hat den ersten von gut 30.000 weiteren amerikanischen Soldaten den Marschbefehl nach Afghanistan erteilt. Im Krieg dort sei die „Sicherheit der Welt“ bedroht, sagte Obama in einer Rede. Auch von seinen Partnern fordert er mehr Einsatz.

          Präsident Barack Obama hat am Dienstag den ersten von gut 30.000 weiteren amerikanischen Soldaten den Marschbefehl nach Afghanistan erteilt. Noch vor seiner Rede vor Kadetten der Militärakademie West Point im Bundesstaat New York in der Nacht zum Mittwoch unterzeichnete der Präsident im Weißen Haus mehrere Dekrete zur Durchsetzung seiner neuen Strategie für den Krieg am Hindukusch - einer massiven Militäroffensive.

          Bei einer feierlichen Rede am Dienstag Abend in der traditionsreichen Militärakademie West Point machte Obama deutlich, dass er ein stärkeres Engagement der Verbündeten erwartet. Er fasst in seiner neuen Strategei aber auch erstmals das Ende des Krieges ins Auge. Bereits im Sommer 2011 soll - abhängig von der Sicherheitslage vor Ort - der Rückzug der amerikanischen Soldaten beginnen. Amerikanische Medien sprachen von der wichtigsten sicherheitspolitischen Weichenstellung seit Jahren. Wenn die Truppenaufstockung im Sommer 2010 abgeschlossen sein wird, wird sich die Zahl der amerikanischen Soldaten auf rund 100.000 erhöht haben.

          Mehr Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan?

          Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßte die neue Strategie. Die Entscheidung Obamas, die Truppen in Afghanistan deutlich aufzustocken, sei „Beweis für seine Entschlossenheit“, teilte Rasmussen in der Nacht zum Mittwoch in Brüssel mit. Der von Obama aufgezeigte umfassende Ansatz sei eine Strategie für einen breiten politischen Erfolg. Zugleich äußerte Rasmussen die Hoffnung, dass auch andere Verbündete ihren Anteil am Afghanistan-Einsatz ausweiten werden. Einem Pressebericht zufolge fordern die Vereinigten Staaten auch von Deutschland eine massive Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan. Wie die „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch) unter Berufung auf Regierungsvertreter in Berlin berichtete, habe Obama um die zusätzliche Entsendung von 2000 Bundeswehrsoldaten gebeten. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) hat sich Berlin auf Forderungen nach bis zu 2500 zusätzlichen Bundeswehrsoldaten eingestellt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag mit Blick auf eine mögliche Ausweitung des deutschen Engagements auf die internationale Afghanistan-Konferenz verwiesen, die am 28. Januar in London stattfinden soll. Erst danach werde Deutschland festlegen, „ob und gegebenenfalls was wir an zusätzlichen Anstrengungen machen“, sagte die Kanzlerin.

          Im Wesentlichen entspricht Obama der Bitte von Befehlshaber McChrystal

          Obama stellte bei seiner Rede klar, dass er den Krieg zu einem „erfolgreichen Ende“ bringen will. Die Sicherheitslage am Hindukusch sei prekär, es mangele an Fortschritten. „Afghanistan ist nicht verloren, aber es hat sich seit einigen Jahren zurückbewegt“, sagte er. Das Terrornetz Al Qaida habe Unterschlupf an der Grenze zu Pakistan gefunden. „Kurz gesagt: Die gegenwärtige Lage kann nicht beibehalten werden“, sagte Obama. Ausdrücklich betonte er, die Lage in Afghanistan habe nicht nur regionale Auswirkungen. „Wenn ich nicht denken würde, dass die Sicherheit der Vereinigten Staaten und des amerikanischen Volkes auf dem Spiel stünde, würde ich frohen Mutes jeden einzelnen Soldaten schon morgen nach Hause befehlen.“ Er habe seine Entscheidung nicht leichten Herzens getroffen. Aber die Sicherheit Amerikas sei in Afghanistan und in Pakistan Gefahren ausgesetzt. „Dies ist das Epizentrum des gewalttätigen Extremismus, wie ihn El Kaida praktiziert“, sagte Obama.

          „Die kollektive Sicherheit der Welt“

          Besonderes Gewicht legte der Präsident auf eine engere Zusammenarbeit mit Pakistan. „Wir werden die Möglichkeiten Pakistans stärken, jene Gruppen zu bekämpfen, die unsere Länder bedrohen.“ Eine „effektive Partnerschaft“ mit dem Nachbarland Afghanistans sei eines der drei Kernelemente der neuen amerikanischen Strategie - neben den Bemühungen, die Verantwortung für die Sicherheit auf die Afghanen zu übertragen und den Aufbau ziviler Strukturen voranzutreiben. Zugleich erwartet Obama weitere Nato-Truppen für Afghanistan. „Jetzt müssen wir zusammenstehen, um diesen Krieg erfolgreich zu beenden. Auf dem Spiel steht nicht einfach nur die Glaubwürdigkeit der Nato - was auf dem Spiel steht, ist die Sicherheit unserer Alliierten und die kollektive Sicherheit der Welt.“

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