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Afghanistan : Mindestens 23 Tote durch Explosionen auf Markt

  • Aktualisiert am

Immer wieder erschüttern Anschläge Afghanistan. Das Archivbild zeigt einen Polizisten an einem Tatort in Kabul vor fünf Jahren. Bild: AFP

Zahlreiche Menschen sterben bei Explosionen in Afghanistan. Präsident Aschraf Ghani macht die Taliban verantwortlich. Doch die weisen die Schuld weit von sich.

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          Durch eine Serie von Explosionen auf einem Markt im Süden Afghanistans sind am Montag nach Angaben von Behörden mindestens 23 Menschen getötet worden. 15 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten das Büro des Provinzgouverneurs sowie die afghanische Armee in getrennten Stellungnahmen mit. Die Explosionen wurden demnach durch eine Autobombe und durch Raketen ausgelöst und trafen einen Markt im Bezirk Sangin in der Provinz Helmand.

          Präsident Aschraf Ghani machte die Taliban für den „brutalen und unmenschlichen“ Anschlag verantwortlich. Sie sollten sich der Gewalt enthalten und „den Willen des afghanischen Volkes“ nach einem Ende des Krieges und dem Beginn von Verhandlungen akzeptieren. Die Taliban hingegen teilten mit, Soldaten hätten den Markt mit Mörsergranaten beschossen.

          Ein Sprecher des Militärs sagte, von den Soldaten sei der Angriff nicht ausgegangen. Nach Militärangaben zündeten Aufständische eine Autobombe und beschossen Zivilisten anschließend mit Mörsern. Sicherheitskräfte seien zu dieser Zeit in diesem Gebiet nicht im Einsatz gewesen.

          In der auch am Montag betroffenen Provinz Helmand wurden bereits am Sonntag sechs Zivilisten durch eine explodierende Sprengfalle getötet. Unter den Toten waren nach Angaben der Provinzregierung eine Frau und zwei Kinder. Nach dem Vorfall bekannte sich zunächst niemand zu dem Anschlag. Auch für diesen Vorfall machte ein Sprecher der Provinzregierung am Sonntag die Taliban verantwortlich.

          Regierung wirft Taliban „Friedensrhetorik“ vor

          Die Gewalt in Afghanistan war nach einer kurzzeitigen Waffenruhe im Mai deutlich zurückgegangen, inzwischen nimmt sie aber wieder zu. Erst vor einer Woche teilte die Regierung mit, die Taliban hätten zuvor binnen einer Woche fast 300 Sicherheitskräfte getötet, womit die Woche die „tödlichste“ in dem seit 19 Jahren andauernden Konflikt gewesen sei.

          Die Verpflichtung der Taliban, die Gewalt im Land zu reduzieren, sei „bedeutungslos“, hieß es von Seiten der Regierung. Ihre Handlungen widersprächen ihrer „Friedensrhetorik“. Die Taliban wiesen die Vorwürfe zurück und warfen der Regierung vor, falsche Opferzahlen zu veröffentlichen, um „dem Friedensprozess und den innerafghanischen Gesprächen zu schaden“.

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