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Afghanistan : Kabul lässt Taliban frei

  • Aktualisiert am

Ein Soldat an einem Checkpoint außerhalb der Haftanstalt Parwan in Bagram Bild: Reuters

Hundert inhaftierte Angehörige der Aufständischen wurden aus einer Haftanstalt nördlich der Hauptstadt entlassen. Sie hätten zuvor „einen Eid geschworen, dass sie nie aufs Schlachtfeld zurückkehren“, heißt es.

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          In Afghanistan hat die Regierung mit der lange umstrittenen Freilassung von Taliban-Kämpfern begonnen. Laut einer Mitteilung des Nationalen Sicherheitsrats wurden am Mittwoch hundert inhaftierte Angehörige der Aufständischen aus der Haftanstalt Parwan in Bagram nördlich der Hauptstadt Kabul entlassen. Der Mitteilung zufolge befanden sie sich auf der Liste mit 5000 Namen von Gefangenen, welche die Taliban übermittelt hatten; die Freilassung erfolgte demnach auf der Basis von Gesundheitszustand, Alter und verbleibender Haftzeit und sei „ein Teil unserer Bemühungen um Frieden und die Eindämmung von Covid-19“.

          Der Sprecher des Sicherheitsrats, Javid Faisal, schrieb auf Twitter, die Freigelassenen hätten zuvor „einen Eid geschworen, dass sie nie aufs Schlachtfeld zurückkehren“. Auch von den Taliban-Vertretern in Qatar habe die Regierung solche Zusicherungen erhalten.

          Die Taliban und die afghanische Regierung hatten seit mehr als einem Monat um den Gefangenenaustausch gerungen, den die Islamisten und die Vereinigten Staaten in ihrem Abkommen vom 29. Februar vereinbart haben und der innerafghanischen Friedensverhandlungen vorausgehen soll.

          In der vergangenen Woche hatten sich Vertreter der Taliban und der afghanischen Regierung erstmals offiziell in Kabul getroffen und über die Freilassung der Gefangenen diskutiert. Die Taliban kündigten am Dienstag an, ihre Delegation nach ergebnislosen Gesprächen wieder abzuziehen. Beide Seiten gaben sich daraufhin gegenseitig die Schuld für ein Scheitern der Vorgespräche.

          Die Taliban ließen die Freilassung am Mittwoch zunächst unkommentiert. Laut Faisal ist die afghanische Regierung zu weiteren Gesprächen bereit.

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