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Afghanistan : Wieder Raketenangriffe in Kabul

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Rauch steigt aus einem Stadtviertel Kabuls auf: An diesem Dienstag attackierte der Islamische Staat mehrere Gebäude in Afghanistans Hauptstadt mit Raketen. Bild: Reuters

In Afghanistans Hauptstadt Kabul ist es zu Attacken auf mehrere Stadtteile gekommen. Dabei hatte Präsident Ghani erst vor kurzem den Taliban eine Waffenruhe angeboten – die waren für die jüngsten Anschläge aber gar nicht verantwortlich.

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          Schwere Kämpfe haben am Dienstag die afghanische Hauptstadt Kabul erschüttert. Angreifer feuerten nach offiziellen Angaben mindestens zwanzig Raketen und Mörsergranaten auf mehrere Stadtteile ab. Die Armee reagierte unter anderem mit Hubschrauberangriffen. Ein Armeesprecher erklärte die Attacke nach mehreren Stunden für beendet. Zwei Angreifer, die sich in einem Gebäude hinter der Id-Gah-Moschee in Kabuls Altstadt verschanzt hätten, seien getötet worden. Mindestens sechs Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt.

          Der Angriff ereignete sich, während Präsident Ashraf Ghani im Präsidentenpalast eine Rede anlässlich des islamischen Opferfestes hielt, die im sozialen Netzwerk Facebook übertragen wurde. In der Übertragung ist der Lärm mehrerer Einschläge zu hören. Ghani sagte daraufhin: „Diese Nation wird sich diesen Raketenangriffen nicht beugen.“ Die Gruppen, die weiter Gewalt ausüben, könnten die Entwicklung Afghanistans nicht aufhalten, so der afghanische Präsident. Ghani hatte den Taliban am Sonntag anlässlich des Opferfestes eine drei Monate währende Waffenruhe angeboten, eine Antwort ist jedoch bislang ausgeblieben. Die Taliban bestritten allerdings, für den Angriff in Kabul verantwortlich zu sein, wohingegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ die Attacke für sich reklamierte.

          Unterdessen teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow mit, er rechne mit einer Teilnahme der Taliban an einer Afghanistan-Konferenz, die am 4. September in Moskau stattfinden soll. Die ersten Reaktionen seien „positiv“, so Lawrow.

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