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Afghanistan : Halbbruder von Präsident Karzai stirbt bei Attentat

  • Aktualisiert am

Ahmad Wali Karzai Bild: AP

Ahmad Wali Karzai, ein Halbbruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, ist getötet worden. Wie die afghanischen Behörden mitteilten, wurde der Chef des Provinzrats von Kandahar in seinem Haus erschossen. Die Taliban bezichtigten sich der Tat.

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          Die Taliban haben sich der Ermordung des jüngeren Bruders von Afghanistans Staatschef Hamid Karzai, Ahmad Wali Karzai, bezichtigt.

          Ahmad Wali Karzai, ein Halbbruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai, war am Dienstag einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Die Provinz Kandahar und das afghanische Innenministerium bestätigten den Tod des Halbbruders. Den Angaben der Behörden zufolge wurde Ahmad Wali Karzai in seinem Haus in der Stadt Kandahar im Süden des Landes von einem einzelnen Täter erschossen.

          Taliban bestätigen Auftragsmord

          Nach Angaben eines afghanischen Geheimdienstvertreters soll Karzai von einem langjährigen Freund erschossen worden sein. Dieser habe ihn in seinem Haus besucht, eine Pistole gezogen und das Feuer auf Wali Karzai eröffnet. Er sei daraufhin von Leibwächtern Wali Karzais getötet worden. Ein Bekannter der Familie hatte zuvor gesagt, Wali Karzai sei von einem seiner Leibwächter erschossen worden, als er in seinem Haus Gäste empfing.

          Ahmad Wali Karzai war der Chef des Provinzrats von Kandahar. Karzai galt vielen in Afghanistan als Beleg für die Vetternwirtschaft in der Regierung. Der Präsident verteidigte seinen Halbbruder aber immer wieder gegen Vorwürfe, er sei in kriminelle Machenschaften verwickelt. So wurde dieser beschuldigt, auf der Gehaltsliste der CIA zu stehen und in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. (Siehe auch: Die Kronprinzen von Kandahar).

          Ahmed Wali entging schon mehrfach Anschlägen

          Bereits in der Vergangenheit waren mehrfach Anschläge auf Ahmad Wali Karzai verübt worden. Zuletzt hatte er im Mai 2009 einen Angriff der Taliban auf seinen Fahrzeugkonvoi überlebt. Einer von Karzais Leibwächtern wurde getötet, er selbst blieb unverletzt. Weniger als zwei Monate zuvor hatten vier Selbstmordattentäter der Taliban Karzais Büro gestürmt. 13 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben, der Karzai zufolge ihm galt. Die Tochter des Bürgermeisters von Kandahar sagte am Dienstag, Walid Karzai hinterlasse fünf Kinder - zwei Söhne und drei Töchter.

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