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Afghanistan : Gouverneur von Kundus in Moschee getötet

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Der getötete Gouverneuer von Kundus, Mohammed Omar, am 12. April 2010 mit dem afghanischen Präsidenten Karzai Bild: dapd

Bei einem Anschlag auf eine Moschee in Nordafghanistan ist der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, getötet worden. Mit ihm starben 14 weitere Betende. Omar galt als strikter Gegner der radikalislamischen Taliban.

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          Der Gouverneur von Kundus, Mohammad Omar, ist Opfer eines Anschlags geworden. Wie die Behörden in der Nachbarprovinz Takhar bestätigten, wurde Omar zusammen mit 14 anderen Betenden bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in der Provinzhauptstadt Taloqan getötet; mindestens zwanzig Menschen wurden verletzt. Omar, der aus Takhar stammt, gilt als Vertrauter von Präsident Karzai und war von diesem vor sieben Jahren als Gouverneur in Kundus eingesetzt worden.

          Bis zum Freitag hatte Omar eine Reihe von Attentatsversuchen überlebt, für die er die Taliban und auch den pakistanischen Geheimdienst ISI verantwortlich gemacht hatte. Omar war ein strikter Gegner der Taliban und hatte die Bundeswehr, die in seiner Provinz stationiert ist, gelegentlich zu einem härteren Vorgehen gegen die Aufständischen aufgefordert. Im Gegensatz zu manch anderen Repräsentanten Afghanistans nahm er kein Blatt vor den Mund.

          Ausdrücklich unterstützte er die Aufstockung der amerikanischen Verbände in der Provinz, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Widerstandsgebiet der Taliban entwickelt hat. Unlängst sagte er einem Fernsehsender, dass mittlerweile vierzig Prozent seiner Provinz unter der Kontrolle der Aufständischen stünden.

          In Takhar lebt nur eine paschtunische Minderheit

          Ein Behördensprecher in Takhar ging davon aus, dass der Anschlag Omar gegolten hat. Der Gouverneur hatte seine Wochenenden regelmäßig in der Provinz Takhar verbracht, die im Gegensatz zu Kundus nur eine kleine paschtunische Minderheit hat und bisher vergleichsweise friedlich war. Im vergangenen Monat war es dort allerdings zu einem Zusammenstoß der Nato mit Kämpfern der „Islamischen Bewegung Usbekistans“ (Ubi) gekommen.

          Zunächst war unklar, ob der Anschlag von einem Selbstmordattentäter verübt worden war. Bis zum Abend bezichtigte sich keine Gruppe des Anschlags. In den vergangenen Monaten hatten die Taliban gezielt Regierungsvertreter ermordet. Im vergangenen Jahr töteten die Taliban Omars Bruder, der als Polizeichef in einem Distrikt von Kundus gedient hatte. Vor zwei Wochen wurde der stellvertretende Gouverneur von Ghazni, getötet.

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