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Afghanistan-Gespräche : Ein Partner für den Frieden?

Mitglieder der Verhandlungsdelegation der Taliban am 12. September in Doha Bild: Reuters

Die Taliban haben viel Leid über die Afghanen gebracht. Jetzt müssen sie unter Beweis stellen, dass sie nicht nur kämpfen können.

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          Fast 19 Jahre hat es gedauert, um an einen Punkt zu gelangen, an dem man theoretisch schon früher hätte sein können: Mit den Taliban wird über eine Machtteilung verhandelt. Ende 2001, nach ihrer Vertreibung aus Kabul, wurden die Islamisten von den Plänen für die Zukunft Afghanistans ausgeschlossen. War das ein Fehler? Weit mehr als 100.000 Menschen sind seither im Krieg getötet worden, der Großteil der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, und Afghanen belegen seit Jahren in Flüchtlingsstatistiken die obersten Plätze.

          Das ist allerdings nur die eine Seite. Die andere benannte der afghanische Verhandlungsleiter Abdullah Abdullah, als er beim Auftakt der Friedensgespräche in Qatar einige der Errungenschaften des afghanischen Staates aufzählte: Demokratie, Wahlen, Pressefreiheit, Rechte von Frauen und Minderheiten, Rechtsstaatlichkeit, bürgerliche und Menschenrechte. Über den Grad ihrer Verwirklichung kann und muss man streiten, abgesehen davon, dass in Teilen des Landes weiterhin Krieg herrscht. Aber für viele Afghanen hat sich seit 2001 einiges zum Besseren gewendet.

          Um so wichtiger ist es, dass die internationalen Partner Afghanistans der Regierung und der Zivilgesellschaft beistehen, wenn diese Errungenschaften nun verteidigt werden müssen. Die Taliban haben sich noch nie im Detail dazu geäußert, welche Vorstellungen sie für Afghanistan haben. Den Beweis, dass sie Partner für einen Frieden sind, müssen sie nun selbst erbringen.

          Christian Meier

          Redakteur in der Politik.

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