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Afghanistan : Lob für offene Gespräche mit Taliban in Norwegen

Taliban-Außenminister Amir Khan Muttaqi in Norwegen Bild: via REUTERS

Zum ersten mal seit der Machtübernahme in Afghanistan reist eine Delegation der Islamisten nach Europa. Die Taliban hätten guten Willen gezeigt, sagt eine Teilnehmerin. Nun müsse man sehen, welche Taten folgen.

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          Es war der erste offizielle Besuch der Taliban in Europa seit ihrer Machtübernahme in Afghanistan im vergangenen August. Über drei Tage traf die Delegation unter Führung von Außenminister Amir Khan Muttaqi in einem Tagungshotel nahe Oslo die Vertreter der USA und mehrerer europäischer Staaten, darunter Deutschland. Für den ersten Tag hatten die norwegischen Gastgeber eine Gesprächsrunde mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft auf die Tagesordnung gesetzt, darunter mehrere Frauenrechtlerinnen.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.

          In einer nach dem Treffen am Sonntag von den Taliban verbreiteten „gemeinsamen Erklärung“ hieß es, die Teilnehmer hätten sich gegenseitig geduldig zugehört und ihre Standpunkte ausgetauscht. Die Frauenrechtsaktivistin Jamila Afghani lobte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die offene Atmosphäre der Gespräche. Die Taliban hätten guten Willen gezeigt, nun müsse man sehen, „was ihre Taten sind, die auf die Worte folgen“.

          Freilassung von Frauenrechtlerinnen gefordert

          Thema war auch das Schicksal zweier vermisster afghanischer Frauenrechtsaktivistinnen, deren Freilassung Amnesty International am Dienstag forderte. Tamana Zaryab Pariani und Parawana Ibrahim­khel hatten in den vergangenen Wochen an mehreren Protestaktionen in Kabul teilgenommen und waren mutmaßlich von Sicherheitskräften verschleppt worden. Ein Taliban-Vertreter bestritt allerdings am Montag gegenüber dem norwegischen Sender NRK, dass die Islamisten die Frauen festgenommen hätten und gefangen hielten.

          Auch gut fünf Monate nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wird deren Übergangsregierung weiterhin von keinem anderen Staat offiziell anerkannt. Das Land leidet unter einer verheerenden Versorgungskrise, auch, weil die westlichen Staaten ihre Hilfszahlungen weitgehend eingestellt haben. Die Taliban werden von den USA, den Vereinten Nationen und der EU weiterhin als Terrororganisation geführt und mit Sanktionen belegt. Die Vereinigten Staaten haben zudem Devisenreserven der afghanischen Regierung in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar eingefroren.

          In Oslo nahmen neben dem amerikanischen Sondergesandten für Afghani­stan Thomas West auch Vertreter des US-Finanzministeriums teil, in dessen Zuständigkeit die Sanktionen gegen die Taliban liegen. West nannte die Bildung eines repräsentativen politischen Systems, Lösungen für die humanitäre und wirtschaftliche Krise sowie Sicherheits- und Menschenrechtsfragen als wichtigste Themenfelder, vor allem die Rechte von Frauen und Schulbildung für Mädchen. Für Deutschland nahm der Afghanistan-Sonderbeauftragte Jasper Wieck an den Gesprächen teil.

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