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Afghanistan-Friedensgespräch : Amerikanischer Gesandter enttäuscht über Absage

  • Aktualisiert am

Amerikas Sondergesandter für Afghanistan, Zalmay Khalizad, am 8. Februar in Washington D.C. Bild: AP

Das Treffen zwischen den Taliban und der afghanischen Delegation in Doha scheitert am Streit um die Zusammensetzung. Zalmay Khalilzad ruft dazu auf, die Gunst der Stunde doch noch zu nutzen.

          Der amerikanische Gesandte für Afghanistan hat sich enttäuscht über die kurzfristige Absage der Friedensgespräche in Doha zwischen der afghanischen Delegation und den radikal-islamischen Taliban gezeigt. Zalmay Khalilzad rief am Freitag alle Beteiligten auf, die Gunst der Stunde zu nutzen und die Beratungen aufzunehmen, indem die Teilnehmerlisten doch noch akzeptiert würden. Das innerafghanische Treffen war für das Wochenende in der Hauptstadt des Golf-Staates Katar geplant. Am Donnerstag wurde es jedoch im Streit über Größe und Zusammensetzung der afghanischen Delegation abgesagt.

          Die Begegnung sollte Vertrauen zwischen den Konfliktparteien schaffen und den Weg für Friedensverhandlungen ebnen, durch die der seit mehr als 17 Jahren dauernde Konflikt beendet werden soll. Ein ähnliches Treffen hatte es im Februar in Moskau gegeben.

          Khalilzad hat bereits eine Reihe von Treffen mit Vertretern der Taliban abgehalten, die Gespräche mit der afghanischen Regierung bislang ablehnen. Die Taliban bezeichnen die Führung um Präsident Ashraf Ghani als Marionetten des Westens. Sie stießen sich an der Größe der 250 Politiker und Vertreter der Gesellschaft umfassenden afghanischen Delegation. Zudem lehnten einige afghanische Oppositionspolitiker eine Teilnahme an dem Treffen in Doha ab.

          Ein Vertreter der Regierung in Kabul sagte am Donnerstag, die Zusammensetzung der afghanischen Delegation müsse geändert werden, wenn das Treffen mit den Taliban noch stattfinden solle.

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