https://www.faz.net/-gpf-vafw

Afghanistan-Geiseln : Südkorea dementiert Lösegeldzahlungen

  • Aktualisiert am

Die freigelassenen südkoreanischen Geisel warten auf ihren Flug nach Dubai Bild: AP

Für die Freilassung der südkoreanischen Geiseln haben die Taliban nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Dollar aus Seoul erhalten. Damit sollen nun Waffen gekauft werden. Südkorea dementierte umgehend, Geld gezahlt zu haben.

          Die radikal-islamischen Taliban haben für die Freilassung von 19 südkoreanischen Geiseln nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Dollar von der Regierung in Seoul erhalten. Ein Mitglied des Taliban-Führungsrates, das nicht namentlich genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag, die Kämpfer wollten mit dem Geld Waffen kaufen, ihr Kommunikationsnetz auf den neusten Stand bringen und Fahrzeuge für mehr Selbstmordanschläge erstehen.

          Südkorea dementierte umgehend, für die Freilassung von Geiseln in Afghanistan Geld gezahlt zu haben. „Wir verneinen jegliche Zahlung für die Freilassung der südkoreanischen Geiseln“, sagte ein Regierungsvertreter in Seoul. Die 19 Christen waren nach mehrwöchiger Gefangenschaft am Freitag aus Afghanistan ausgeflogen worden. Ursprünglich hatten die Taliban Mitte Juli 23 südkoreanische Aufbauhelfer entführt. Zwei Geiseln wurden getötet, zwei weitere als Geste guten Willens früher freigelassen.

          Weitere Entführungen befürchtet

          Um die Krise zu beenden, wurde den Taliban nach Angaben der Regierung in Seoul zugesagt, dass sämtliche südkoreanische Soldaten - wie ohnehin geplant - aus dem Land abgezogen würden. Außerdem verpflichtete sich Südkorea, die Missionstätigkeiten seiner Kirchen in Afghanistan einzustellen. Der Umgang des Landes mit der Krise gilt als umstritten. Kanada kritisierte die Regierung in Seoul dafür, überhaupt mit den Taliban verhandelt zu haben. Es wird befürchtet, dass Zusagen weitere Entführungen zur Folge haben könnten.

          Weitere Themen

          Scholz erklärt seinen Meinungswandel

          Bundesfinanzminister : Scholz erklärt seinen Meinungswandel

          Er befürwortet eine Doppelspitze und sucht noch eine Partnerin, aber fest steht: Olaf Scholz will als Kandidat um den Vorsitz der SPD antreten. Dabei war er vor Kurzem noch ganz anderer Meinung.

          Topmeldungen

          Dietmar Bartsch, Linken-Fraktionschef im Bundestag, steht Rede und Antwort beim ARD-Sommerinterview.

          TV-Kritik: „Sommerinterview“ : Erzählen Sie lieber was vom Pferd!

          In der ARD darf Dietmar Bartsch die Linke groß reden, im ZDF versucht Shakuntala Banerjee, die FDP kleiner zu halten, als sie ist. Besser wäre es, über das Format der Sommerinterviews neu nachzudenken: Oberflächliche Dampfplauderei ist entbehrlich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.