https://www.faz.net/-gpf-14f99

Afghanistan-Einsatz : Guttenberg schickt Verstärkung

  • Aktualisiert am

Ankunft in Kundus Bild: ddp

Verteidigungsminister Guttenberg ist nach Kundus weitergereist. Dort soll im Januar eine zusätzliche Einsatzkompanie mit 120 Soldaten ankommen. „Hier ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen“, sagte Guttenberg. In Kabul verletzte ein Attentäter mehrere Menschen.

          1 Min.

          Angesichts der verschärften Sicherheitslage im nordafghanischen Kundus verstärkt der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) die dortigen Eingreifkräfte der Bundeswehr. Bei seinem ersten Truppenbesuch in Kundus sagte Guttenberg am Freitag, Mitte Januar solle eine zusätzliche Einsatzkompanie mit 120 Soldaten ankommen. Die Truppen verstärken die dort bereits stationierten 450 Eingreifkräfte - also jene Soldaten, die sich im Ernstfall Gefechte mit den Taliban liefern.

          Guttenberg sagte vor seiner Rückreise nach Berlin: „Hier ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.“ Derzeit sind im Wiederaufbauteam in Kundus etwa 1100 Soldaten stationiert, davon 1000 Deutsche und 100 Belgier. In Kabul ereignete sich nach der Abreise des deutschen Verteidigungsministers ein Selbstmordanschlag. Dabei wurden nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf Soldaten, zivile Mitarbeiter der Truppen und afghanische Zivilisten verletzt.

          „Lippenbekenntnisse genügen nicht“

          Guttenberg war am Freitagmorgen zu einem aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigten Besuch in Kundus eingetroffen. Der Minister wollte sich ein Bild von der Lage in der Region machen, wo am 4. September auf Befehl eines deutschen Obersts zwei von den Taliban gekaperte Tanklastwagen bombardiert wurden. Dabei kamen nach Angaben der Nato bis zu 142 Menschen ums Leben, darunter Aufständische, aber auch Zivilisten.

          Der Minister und seine Bodyguards

          Es war Gutenbergs erster Besuch in Afghanistan. Kundus war die letzte Station vor seiner Rückkehr nach Berlin, wo er am Freitagabend erwartet wurde. Am Donnerstagabend hatte Guttenberg in einer Rede vor mehreren hundert Soldaten im Bundeswehr-Feldlager im nordafghanischen Mazar-i-Sharif gesagt: „Afghanistan wird uns sicher noch eine Weile fordern.“ Der Einsatz müsse in „absehbarer Zeit auch einmal verzichtbar sein“. Dann müsse Afghanistan aber selbst für seine Sicherheit sorgen können. Die Bundesregierung werde dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai deutlich machen, „dass uns Lippenbekenntnisse nicht genügen“. Damit schloss sich Guttenberg den Kritikern Karzais an. (Siehe auch: Guttenberg fordert Karzai zum Kampf gegen Korruption auf)

          Zugleich machte der Minister deutlich, dass er eine Bundeswehr bevorzugt, deren Soldaten auf Gefühl achten. Im Soldatenberuf gehe es eben nicht nur darum, „kühl dem Soldatentum als solches nachzugehen“. Emotionen spielten eine wesentliche Rolle. Für ihn selbst sei sein neues Amt ein „Herzensanliegen“.

          Weitere Themen

          AfD fällt auf 13 Prozent

          Sonntagsfrage : AfD fällt auf 13 Prozent

          Die AfD fällt damit auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Die SPD hingegen kann leicht Boden gutmachen - und zieht mit 15 Prozent an der AfD vorbei.

          Topmeldungen

          Trump hat sich Erdogan gegenüber benommen wie ein hysterischer Liebhaber.

          Trumps Syrien-Politik : Härte und Liebe

          Trump hat eine Feuerpause für Syrien aushandeln lassen und feiert sich nun als Friedensstifter. Doch seine Siegerpose wirkt lächerlich. Erdogan hat von Amerika alles bekommen, was er wollte.
          Bei der aktuellen Sonntagsfrage verliert die AfD an Zustimmung.

          Sonntagsfrage : AfD fällt auf 13 Prozent

          Die AfD fällt damit auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Die SPD hingegen kann leicht Boden gutmachen - und zieht mit 15 Prozent an der AfD vorbei.

          „Super Saturday“ : Britische Regierung beantragt Brexit-Verschiebung

          Das britische Parlament hat eine Entscheidung über den Brexit-Deal verschoben. Premierminister Boris Johnson kündigt an, er werde „weiterhin alles tun, damit wir am 31. Oktober die EU verlassen.“ Trotzdem muss er Brüssel um einen Aufschub bitten.
          Die „People’s Vote“- Bewegung verlangt eine zweite Volksabstimmung über den Verbleib der Briten in der Europäischen Union.

          Protestmarsch in London : „Wir wurden von Anfang an belogen“

          Zum „Super Saturday“ sind auch Hunderttausende Demonstranten nach London gekommen. Viele fühlen sich belogen, wollen Boris Johnson die Zukunft nicht anvertrauen – sondern selbst ein zweites Mal abstimmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.