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Afghanistan : Ein kleiner Schritt zum Frieden

Afghanen feiern den ersten Tag der „Woche der reduzierten Gewalt“ am vergangenen Samstag in Kandahar. Bild: AFP

Die „Woche der reduzierten Gewalt“ in Afghanistan ist mit großen Hoffnungen verbunden. Amerikaner und Taliban meinen es dieses Mal offenbar ernst.

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          Die Nachricht mag banal klingen, sie ist es aber nicht: Die Vereinigten Staaten und die Taliban haben sich in Afghanistan auf eine „Woche der reduzierten Gewalt“ verständigt, und die Waffenruhe hat am Sonntag bereits den zweiten Tag gehalten. Verknüpft sind damit große Hoffnungen. Denn dieses Mal meinen es beide Seiten offenbar ernst.

          Jeder weiß, dass es in diesem Krieg keinen militärischen Sieger geben kann. Nun gehen sie den ersten Schritt auf dem langen Weg, dem geschundenen Land Frieden zu bringen. Der nächste Schritt soll am kommenden Samstag erfolgen, wenn Amerikaner und Taliban ein Abkommen zur Waffenruhe unterzeichnen, das den Weg frei machen soll für Verhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung sowie für einen später folgenden Abzug aller ausländischen Truppen.

          Deutschland vermittelt in Afghanistan bereits und wird diese Aufgabe wohl weiter ausbauen. Aus zwei Gründen ist diese Entwicklung für Deutschland wichtig: Zum einen soll der eingeleitete Prozess dazu führen, dass die Bundeswehr ihren größten und längsten Auslandseinsatz beenden kann; und zum anderen entfiele bei einer Befriedung Afghanistans der Grund, vor dem Krieg zu fliehen und Zuflucht in Ländern wie Deutschland zu suchen.

          Schließlich waren zuletzt in Deutschland mehr Flüchtlinge aus Afghanistan angekommen als aus dem Kriegsland Syrien. Grund zum Jubeln gibt es noch nicht. In Afghanistan hat es immer wieder Rückschläge gegeben.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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